Winden - „Cantio pistoriensis“: Klar, klangvoll und expressiv

„Cantio pistoriensis“: Klar, klangvoll und expressiv

Von: han
Letzte Aktualisierung:
5273356.jpg
Gestaltete gefühlvoll und musikalisch überzeugend die Karfreitagsliturgie in der Kirche St. Urbanus: der Chor „Cantio pistoriensis“. Foto: Schmitz

Winden. Eine nicht alltägliche Karfreitagsliturgie erlebten die Besucher in der Pfarrkirche St. Urbanus in Winden. Das Ensemble „Cantio pistoriensis“ gestaltete den Gottesdienst musikalisch und bot in überzeugender Manier die „Johannespassion“ von Heinrich Schütz dar. Von Beginn an zeigte der Chor dabei seine Stärke, Andacht und Innehalten herbeizuführen.

Der kurfürstliche Kapellmeister Heinrich Schütz komponierte die „Historia des Leidens und Sterbens unseres Herren und Heilands Jesu Christi nach dem Evangelisten St. Johannes“ in der frühbarocken Zeit (1665/66). Ein Werk, das schlichter gehalten ist als das barocke Passions-Oratorium von Johann Sebastian Bach. Es verbindet den ausdrucksstarken Gesang der Solisten mit den vierstimmigen Chorsätzen. Impulsive Passagen sind nicht so fordernd wie bei Bach aber ebenso expressiv.

Der Chor „Cantio pistoriensis“ unter der Leitung von Markus Platzbecker, der sein zehnjähriges Bestehen feiert, verstand es vorzüglich die verschiedenen Stimmungen der Passionsgeschichte mit großer Klangfülle, klarer Aussprache und feinen Zwischentönen zu interpretieren. Dynamischer Aufbruch und kontemplative Trauer waren nachzuvollziehen, rauschten nicht vorbei. Die Zuhörer erlebten die verschiedenen Stimmungen, was auch den Solisten zu verdanken war.

Tenor Martin Endrös berichtete mit großem Einfühlungsvermögen vom Leiden und Sterben Christi., Norbert Hilber (Tenor) meisterte die Rolle als ein an der Schuld Christi zweifelnder Pilatus und Bassist Albert Müller sang die Worte Jesu. Andere Rollen wurden von Anita Hellenbroich, Matthias Mahlberg und David Hornyak übernommen. Ein harmonierender Vielklang der Sänger, die als Ensemble in meist dramatisch- vierstimmigen Sätzen die Passagen der verschiedenen Menschengruppen sangen.

Markus Platzbecker als Organist und Dirigent schaffte es mit seinem Kammerchor, die Klangarchitektur von Heinrich Schütz bemerkenswert herauszubilden. Die Zuhörer wurden mitfühlende Zeugen, wie sich die Passionsgeschichte durch verschiedene Impulse entwickelte. Der Chor „Cantio pistoriensis“ zeigte sich von seiner besten Seite und beeindruckte das Publikum.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert