Cantabile: Vom Barock bis ins 20. Jahrhundert

Von: Bruno Elberfeld
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Für die wenigen Besucher war das Konzert des Frauenchors Cantabile und des Blockflötenensembles der Musikschule Düren ein musikalischer Hochgenuss. Foto: Bruno Elberfeld

Vossenack. Im Zeichen der Fußball-WM haben es viele Veranstalter schwer, die Konzertsäle oder Theater zu füllen. So auch die Franziskanerkirche Vossenack, wo am Sonntag unter der Leitung von Andrea Eich der Frauenchor „Cantabile“ der Camerata Düren und das „Blockflötenensemble der Musikschule Düren“ ein Konzert gaben, für das sich der Chef des Klosters, Bruder Wolfgang, mit den Worten bedankte.

„Vielen Dank für den musikalischen Hochgenuss.“ Begleitet wurde der Chor am Piano von Friedhelm Felden. Der Frauenchor, der sich übrigens „Meisterchor im Chor-Verband NRW“ nennen darf, und die Instrumentalisten interpretierten Werke vom 16. bis ins 20. Jahrhundert.

Auswahl und Reihenfolge der einzelnen Beiträge waren durchdacht und für die Hörer in den Kirchenbänken angenehm.

„Lob der Schöpfung“

Überschrieben war das Konzert mit „Lob der Schöpfung“. Und wie kann es anders sein mit einer großen Portion geistlicher Musik, mit klaren, deutlichen Frauenstimmen und perfekt aufspielenden Blockflöten, die selbst den in seinen Schülertagen von der Blockflöte Geplagten durch ihren weichen und warmen Klang überzeugten. Objekte der Neugierde waren die riesigen Bassblockflöten, die nur selten bei Musikveranstaltungen auftreten.

Andrea Eich, ihre Sängerinnen und die Instrumentalisten hatten gängige Lieder ausgesucht, im Volksjargon schon mal als Ohrwürmer bezeichnet. Unter ihnen Hermann-Josef Rübbens Lied „Singet dem Herrn der Welt“, eine Hymne von Josef Gabriel Rheinberger, das „Laudate pueri“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Ganz bestimmt dazu gehört, weil für Geist und Psyche gleichermaßen eingängig, „Panis angelicus“ von César Franck und „Cantique de Jean Racine“ von Gabriel Fauré.

Herausforderung gemeistert

Etwas verwegener, moderner klingend, „Der Flug des Windes“, Komponist Gerhard Rabe. Für den interessierten Laien erscheint dieses Werk als technisch sehr schwierig – eine Herausforderung. Den Sängerinnen gelang es hervorragend, die Eskapaden des Windes im Gehör der Gäste wach zu rufen und ihnen das Gesamtbild einer Landschaft, durchblasen von Lüftchen, Prisen, Böen oder Wirbeln, vor ihren geistigen Augen entstehen zu lassen.

Die Arien für Sopran sang Andrea Eich, sehr deutlich artikuliert, im Ton anheimelnd. Begleitet wurde sie von der Flötistin Regina Merz und dem Pianisten Friedhelm Felden.

Mit der Interpretation alter Meister und jüngerer Meister ist Cantabile und dem Blockflötenensemble ein beeindruckendes Konzert gelungen. Schade, dass es nur wenige Menschen genossen haben.

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