Café Lichtblick: „Wir wollen den Weg zum Arzt verkürzen“

Von: Alexander Barth
Letzte Aktualisierung:
6582002.jpg
Kompetenz für bedürftige Patienten: Die Ärzte Dr. Frank Jorde (2.v.l.) und Dr. Peter Maas kümmern sich gemeinsam mit Krankenschwestern um die medizinische Versorgung bei In Via. Foto: Alexander Barth

Düren. Der sprichwörtliche Caritasverband ist im Café Lichtblick auch optisch präsent. Bei der Eröffnung des neuen medizinischen Raums für Bedürftige und Wohnungslose in Düren liegen weiße Mullpäckchen auf den Tischen der Anlaufstelle in der Friedrichstraße. Der medizinische Verband passt zur Symbolik des Anlasses.

Ab sofort werden medizinische Fachkräfte einmal in der Woche den Wohnungslosen, die den Treff besuchen, zur Verfügung stehen.

Jeden Dienstag zwischen 11.30 und 13 Uhr sind ein Arzt und eine Krankenschwester im Café Lichtblick präsent. Die Gemeindesozialarbeiterin der Caritas Düren-Jülich ist froh, dass das gemeinsame Vorhaben eines Arbeitskreises katholischer Einrichtungen endlich umgesetzt werden kann. „Wir wollten eine konkrete Anlaufstelle für Menschen am Rande der Gesellschaft schaffen, denen der Zugang zu medizinischer Versorgung aus verschiedenen Gründen erschwert wird. Wir wollen den Weg zum Arzt ganz buchstäblich verkürzen.“

Hemmungen abbauen, finanzielle Barrieren vor der medizinischen Beratung überwinden – das sind konkrete Anliegen des Teams aus rund einem Dutzend Freiwilligen, die sich in den Dienst der medizinischen Beratung im Café Lichtblick stellen. Die medizinische Ausstattung von der Liege bis zum Blutdruckmessgerät wurde mit Spenden finanziert.

Dr. Frank Jorde musste nicht lange überlegen, für ihn war der Weg zur ehrenamtlichen Hilfe kurz – nicht nur, weil seine Praxis um die Ecke liegt. „Ich nehme mir die Zeit, um hier zu helfen, weil ich es wichtig finde. So einfach ist das“, sagt der Mediziner. Die räumliche Nähe nutzt der Aktion auch auf eine andere Art: Dringende Fälle will Dr. Jorde unproblematisch gleich in seine Praxis übernehmen, denn: „In unseren Räumen wird beraten und diagnostiziert, eine gezielte Behandlung findet in den Praxen oder im Krankenhaus statt“, betont Brigitte Schmitz.

Auch Jordes Kollege Dr. Peter Maas stellt seine Erfahrung in den Dienst des Café Lichtblick. „Ich war gerade erst als ehrenamtlicher Arzt in Afrika unterwegs, logisch, dass ich auch in der Heimat helfe“, sagt Maas, der nicht mehr aktiv praktiziert. „So habe ich Zeit, mich für Bedürftige einzusetzen.“ Auch für Krankenschwester Hildegard Gurski ist das Engagement selbstverständlich: „Als ich gefragt wurde habe ich nicht lange überlegt. Wir müssen etwas für die Menschen hier im Café Lichtblick tun, damit sie sich nicht wie Bürger zweiter Klasse fühlen müssen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert