„Bunte Klasse”: Sprachförderung hilft bei Integration

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Bürgermeister Paul Larue (l.) und Karl-Heinz Jansen, Schulleiter der Paul-Gerhardt Grundschule, sind eifrige Zuhörer: Dank gezielter Sprachförderung können die Kinder die Spielregeln gut erklären.

Düren. „Wir haben ein Riesenpaket geschnürt”, sagte Schulleiter Karl-Heinz Jansen von der Grundschule Paul-Gerhardt bei der Vorstellung der „Bunten Klasse”. Sprachförderung und Integration sind die Ziele des Projektes, das seit Schuljahresbeginn an der Paul-Gerhardt-Schule getestet wird.

Entwickelt wurde es von Schulrat Josef Lemoine, Schulleiter Karl-Heinz Jansen und Grundschullehrerin Stephanie Quast, tatkräftig unterstützt vom Förderverein „Regionale Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen von Zuwandererfamilien” (RAA).

Jetzt wurde es nach mehreren Monaten praktischer Erfahrung Bürgermeister Paul Larue vorgestellt und den Vertretern des Lions Club Kreuzau Rureifel sowie des Integrationsausschusses der Stadt Düren, die das Projekt finanziell unterstützen.

Die Paul-Gerhardt-Schule sei gezielt nach der Vorlage des Konzeptes ausgewählt worden, um das Projekt bei Erfolg anschließend auf andere Schulen zu übertragen, erläuterte Schulamtsdirektor Josef Lemoine vom Schulamt für den Kreis Düren. Das Konzept geht von einem ganzheitlichen Ansatz aus, umfasst mehrere Module.

Zu Beginn ein Sprachtest

Klassenlehrerin Stephanie Quast erläuterte, dass die Kinder der „Bunten Klasse” aus sechs Nationen kommen und unter allen Schulanfängern - Kindern mit Migrationshintergrund und deutschen Kindern - nach einem Sprachtest als besonders förderungsbedürftig im Sprachbereich ausgewählt wurden. Sie erhalten jeden Morgen zwei Extra-Sprachförderungsstunden, eine zusätzlich am Nachmittag.

Mit Improvisationstheater, finanziert vom Lions Club Kreuzau Rureifel, Lesenächten, Schreibwerkstätten und Autorenlesungen soll ihnen zusätzlich Appetit auf Sprache und Freude am Umgang damit vermittelt werden.

Den übrigen Stundenplan erleben sie im Klassenverband zusammen mit den anderen Schülern der ersten Grundschulklasse, damit sie, wenn besondere Sprachförderung nicht mehr nötig ist, jederzeit in den Klassenverband eingegliedert sind.

„Die Ohrenschmerzen, das Bauchweh” steht auf der Tafel im Klassenzimmer, wo Mütter, teilweise mit noch nicht eingeschulten Kindern, „die Schulbank drücken”.

Drei Kurse „Mama lernt Deutsch”, in denen Mütter die Schwellenangst vor der Schule verlieren, hat der Integrationsausschuss stadtweit organisiert, wie Ausschussvorsitzender Peter Koschorreck erläutert. Für den von den Frauen selber gewünschten Folgekurs an der Paul-Gerhardt-Schule sind bereits Mittel zugesichert.
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