Bundesverdienstkreuz: Anwältin für Menschen mit Behinderung

Von: fjs
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„Bundesweite Anwältin für behinderte Menschen“: Gisela Maubach aus Derichsweiler wurde mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Landrat Wolfgang Spelthahn überreichte die Auszeichnung, die auf Anregung der Tochter Inga erfolgte. Foto: Fred Schröder

Düren. „Sichtbares Zeichen der Anerkennung für eine bundesweite Anwältin für behinderte Menschen“: Das beispielhafte Engagement einer „hochgradig Betroffenen“ werde mit einem sichtbaren Zeichen der Anerkennung gewürdigt, betonte Landrat Wolfgang Spelthahn, als er Gisela Maubach im Auftrag des Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland auszeichnete.

Die 59-Jährige aus dem Dürener Stadtteil Derichsweiler setzt sich seit fast 30 Jahren im sozial-mitmenschlichen Bereich für Behinderte und deren Rechte ein.

Als alleinerziehende Mutter eines schwerstbehinderten Sohnes nahm Gisela Maubach ihr Schicksal an und fand so den Weg zum „Förderkreis Schwerkranke Kinder“ in Aachen, in dem sie sich zunächst ehrenamtlich engagierte und jetzt im Rahmen einer Teilzeitbeschäftigung als Ansprechpartnerin und Leiterin des Dienstes „Eltern helfen Eltern“ fungiert.

Sie berät Familien in allen Fragen der Behindertenhilfe und gilt als bundesweit angesehene Expertin. „Als sachkundige Person und betroffene Mutter ist sie eine unermüdliche Anwältin behinderter Kinder und Jugendlicher“, hieß es in der Laudatio.

Die Geburt ihres behinderten Sohne drehte das Leben der sport-lichen jungen Mutter, die als eine der ersten Frauen Marathon lief, komplett um. Ihr Sportstudium musste sie aufgeben, um sich um den Sohn und die ältere Tochter zu kümmern.

Den Sport hat Gisela Maubach aber dennoch nicht aus den Augen verloren. Trotz ihrer vielfältigen Verpflichtungen widmet sie sich jungen Profi-Läufern aus Afrika, die in Europa Karriere machen wollen. Drei dieser sehr erfolgreichen Läufer wohnten der Feier im Kreishaus bei.

Die Anregung zu der Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz ging von Tochter Inga aus. „In rekordverdächtiger Zeit“, so der Landrat, kam das Bundespräsidialamt zu der positiven Entscheidung. An einem denkwürdigen Tag erfolgte die Ehrung: Auf den Tag genau vor 65 Jahren wurde das erste Bundesverdienstkreuz der jungen Bundesrepublik verliehen. In diesem Jahr ist es die zweite Verleihung im Kreis Düren.

In einer sehr emotionalen Rede dankte Gisela Maubach vielen Freunden, die sie in schweren Tagen unterstützten. Sie nutze aber auch die Gelegenheit zu Kritik an bürokratischen Hürden: „Viele Hindernisse gaben mir häufig das Gefühl der Ohnmacht“, ließ sie an Beispielen aus ihrer Arbeit wissen. Um sich etwas Freiraum zu schaffen hat Gisela Maubach einen großen Wunsch: Sie sucht noch eine ehrenamtliche Hilfskraft zur Betreuung ihres Sohnes.

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