Bundesköniginnentag: Innenstadt steht Spalier für gut 3000 Schützen

Von: cro/kin
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Wer gezählt hat, müsste auf mehr als 3000 Schützen... Foto: cro
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... und 20 Musikkapellen gekommen sein. Foto: cro
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Bundeskönigin Nicole Laut, ihr Lebensgefährte Bundeskönig Nikolas Rosenstock (3. v.l.), Hochmeister Dr. Emanuel Prinz zu Salm-Salm (2. v.l.) und Bundesschützenmeister Emil Vogt (r.) haben sich ins Goldene Buch der Stadt Düren eingetragen. Foto: kin

Düren. Über zu wenig Laufkundschaft haben sich die Cafés am Markt am Sonntag nicht beschweren können. Gut, die größte Masse, die durch die Innenstadt strömte, war keine zahlende, aber immerhin hat der Festzug des Bundesköniginnentages nebst Sonnenschein die Gäste im Außenbereich bespaßt.

Den ganzen Vormittag über waren Markt und Kölnstraße zwar nicht rappelvoll, aber gut besucht – die Königinnen wird dort ebenso gefreut haben wie vor der Ehrentribüne auf dem Rathausvorplatz.

Wer gezählt hat, müsste auf mehr als 3000 Schützen und 20 Musikkapellen gekommen sein, die die Bruderschaften aus den Diözesanverbänden Paderborn, Münster, Essen, Trier, Köln und Aachen repräsentiert haben. In Düren haben sie am Wochenende die Verdienste der Frauen um das Schützenwesen gefeiert. Es war nicht die erste Veranstaltung auf Bundesebene, die Düren ausrichtete: 1998 war es das Bundesschützenfest.

Offiziell und in geschlossenen Räumen gingen die Akte zu Ehren der Schützinnen am Samstagabend vonstatten, als sich die höchsten Repräsentanten der Bundesschützen im Rathaus eingefunden haben. Dazu zählte Hochmeister Dr. Emanuel Prinz zu Salm-Salm.

Er sagte, dass der Bundesköniginnentag, dessen 62. Auflage es in Düren war, ein Hochfest für alle Königinnen und alle anderen aktiven Frauen bei den Schützen sei. Und: „Düren bietet dafür eine imposante, ehrwürdige Kulisse.“ Die Stadt zeichne sich durch eine große Liebe und Herzlichkeit gegenüber dem Schützenwesen und allgemein dem Brauchtum aus. „Die Vorbereitung auf diesen Tag war außergewöhnlich. Danke.“

Diese Worte werden Dürens Bürgermeister Paul Larue wohl gefreut haben, sie waren quasi das verbale Gegenstück zu dem Spalier für die Schützen am Sonntag am Markt. Er spielte den Ball umgehend zurück und betonte die Wichtigkeit der Schützen im Dürener Land. Sie würden die Gesellschaft seit ihrer Entstehung im 14. Jahrhundert – damals freilich zur Verteidigung der Heimat – bis heute prägen, auch in Zeiten, in denen der ehrenamtliche Einsatz und die „Prägung des christlichen Glaubens“ spürbar zurückgehen würden. „Das soziale und kulturelle Engagement der Schützen ist ungebrochen“, sagte Larue.

„Wer organisiert denn heute noch Feste für den ganzen Stadtteil oder das gesamte Dorf? In der Regel die Schützen.“ Das werde in der Zeit vom 1. Mai bis zum letzten Septemberwochenende besonders deutlich, betonte der Bürgermeister – dann locken die Schützenfeste. Das Engagement beschränke sich indes nicht auf Feste und Unterhaltung, wie Larue anhand des im Krieg nahezu völlig zerstörten Schlosses Burgau deutlich machte. „Ohne die Initiative der St.-Cyriakus-Schützen in Niederau wäre es vermutlich nicht wieder aufgebaut worden. Das war bürgerliches Engagement im allerbesten Sinne.“

Nach dem Blick in die Historie widmete sich Larue dem eigentlichen Anlass dieses Wochenendes: den Frauen in den Bruderschaften – lobend, versteht sich, und man kann gleichermaßen leichte Kritik oder einen Ansporn an die Herren daraus ableiten, denn er sagte: „Ich habe den Eindruck, dass gerade die Frauen dafür sorgen, dass die Schützenbruderschaften mit der Zeit gehen.“ Und deswegen sei es wichtig, dass „wir sie dieses Wochenende besonders ehren“.

Eine der Geehrten war Elke Uerlings-Heidbüchel. Sie ist Diözesanschützenkönigin aus Kreuzau und seit 31 Jahren Schützin. Zur Gleichberechtigung in den Bruderschaften sagt sie: „Vor mehr als 30 Jahren war sie nicht selbstverständlich. Aber das ist heute zum Glück anders.“

Josef Mohr, Bezirksbundesmeister Düren-Nord, Diözesanbundesmeister Aachen und Hauptorganisator des Festtages, war trotz der wenig gut besuchten Eröffnung im Holzbendenpark vom Wochenende angetan. Gerade der Festgottesdienst und der Umzug mit mehr Gästen hätten bei ihm für gute Laune gesorgt. „Der große Aufwand hat sich gelohnt“, sagte Mohr über das Fest, dessen Schirmherrin Prinzessin Clothilde de Merode war. Ihr Mann, Prinz Charles-Louis de Merode ist Präsident der Europäischen Gemeinschaft historischer Schützen.

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