Bundesbildungsministerin zu Gast bei den Vereinigten Industrieverbänden

Von: Jörg Abels
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VIV-Vorsitzender Dr. Stephan Kufferath begrüßte Bundesbildungsministerin Annette Schavan und Staatssekretär Thomas Rachel. Foto: Abels

Hambach/Kreis Düren. „Wir müssen als Gesellschaft das Aufstiegsversprechen an die junge Generation erneuern“, forderte Dr. Stephan Kufferath, Vorsitzender der Vereinigten Industrieverbände (VIV), am Dienstag bei der Jahresauftaktveranstaltung der VIV auf Burg Obbendorf, die sich traditionell dem für den Arbeitskräftebedarf der Unternehmen entscheidenden Thema Bildung widmet.

„Und dieses Aufstiegsversprechen muss für alle gelten, nicht nur für Bildungseliten und Schüler aus Akademikerfamilien, und es muss glaubwürdig sein.“ Wie aber kann dieses Ziel erreicht werden. Keine geringere als die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, versuchte Antworten zu geben.

„Kinder sind keine Fässer, die gefüllt, sondern Feuer, die entzündet werden wollen“, bemühte die CDU-Politikerin ein Zitat des französischen Renaissance-Autors François Rabelais. Und dafür brauche es nicht immer wieder neue Strukturdebatten, sondern Konsens über Ziele und Inhalte von Bildung.

Und es brauche nicht milliardenschwere Investitionen in das Bildungssystem, sondern eine Bewusstseinsänderung in der Gesellschaft und Verbindlichkeit, beispielsweise bei der Sprachförderung in den Kitas, aber auch beim Besuch von Ganztagsschulen oder beim Abitur nach acht Jahren, das vielerorts schon wieder in Frage gestellt wird. „Wir müssen nicht auf jeden Trend aufspringen“, betonte die Ministerin.

Der Lehrerberuf müsse wie in den skandinavischen Ländern wieder größere Wertschätzung erfahren, damit wieder die besten Abiturienten eines Jahrgangs den Beruf ergreifen. Eltern müssten mehr mit ihren Kindern reden, aber auch zuhören. Die Vermittlung von Sprache sei das Hauptbildungsdefizit. Und dass beileibe nicht nur bei Migranten. „Der Schlüssel für mehr Bildung ist die frühkindliche Entwicklung“, betonte die Ministerin, dass die erste Fremdsprache aus ihrer Sicht unbedingt schon in die erste Klasse gehöre. Die Zukunft des Forschungsstandorts Deutschland hänge entscheidend von einer Europäisierung der Bildung ab. Schavan dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich den Unternehmern, die angesichts von 7,5 Millionen arbeitslosen Akademikern in Europa, verstärkt auch ausländischen Arbeitnehmern eine Chance geben.

Entscheidend für eine gute Bildung sei aber auch eine vitale Gesellschaft vor Ort. Das Angebot einer Stadt und Region an Bibliotheken, Museen oder auch Musikschulen trage entscheidend zur Bildung bei.

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