Birkesdorf - Bund setzt bei E-Mobilität auf Isola-Know-how

Bund setzt bei E-Mobilität auf Isola-Know-how

Von: Jörg Abels
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Staatssekretär Thomas Rachel
Staatssekretär Thomas Rachel (r.) überreichte Isola-Geschäftsführer Karl Stollenwerk gestern einen Zuwendungsbescheid des Bundesforschungsministeriums in Höhe von 280.000 Euro. Foto: Abels

Birkesdorf. Das Ziel der Bundesregierung ist ambitioniert. Bis zum Jahr 2020 sollen auf Deutschlands Straßen eine Million Elektroautos fahren. „Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn wir aus dem Innovationsstandort Deutschland alles herausholen, was herauszuholen ist”, betont Thomas Rachel (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungs- und Forschungsministerium.

Denn die deutsche Autoindustrie habe den Trend zur umweltfreundlichen Technologie erst sehr spät erkannt, müsse noch ihre Hausaufgaben machen.

Noch nicht gelöst ist beispielsweise das Problem der hohen Wärmeentwicklung in der Elektrik von Elektroautos, die die Lebensdauer der Leiterplatten verringert. Deshalb müssen hitzebeständigere Leiterplatten entwickelt werden, die nicht mehr aufwendig gekühlt werden müssen, so dass die Fahrzeuge leichter und günstiger werden.

Bei der Entwicklung der benötigen Schlüsseltechnologie setzt das Bundesforschungsministerium auf Know-how aus Düren. In einem von 45 vom Bund geförderten Verbundprojekten im Bereich Elektromobilität arbeitet die Isola GmbH mit namhaften Partnern wie Siemens oder Daimler Benz bei der Entwicklung von harzbeschichteten Leiterplatten für die Hochtemperatur-Elektrik zusammen.

280.000 Euro überweist Berlin im Rahmen des auf drei Jahre angelegten Projekts nach Birkesdorf. Isola-Geschäftsführer Karl Stollenwerk war am Dienstag bei der Übergabe des Zuwendungsbescheids durch Rachel äußerst zuversichtlich, dass die Forschungsmittel in Birkesdorf gut angelegt sind.

„Der Bereich der Powerelektronik ist für unser Haus nicht ganz neu”, verwies Stollenwerk auf eine gut vierjährige Erfahrung im Bereich Photovoltaik. „Wir sind sicher, dass wir im Bereich Elektromobilität ähnlich erfolgreich sein können”, betonte Stollenwerk.

Isola-Projektleiter Sascha Kreuer geht sogar noch einen Schritt weiter. Er hofft, dass die neuen Leiterplatten langfristig zur Stärkung des Produktionsstandorts Düren im Rahmen der weltweit tätigen Isola-Gruppe führen werden.

Denn auch Rachel weiß, dass der Einsatz von Hochtemperatur-Leiterplatten nicht auf Elektrofahrzeuge beschränkt bleiben wird. Er sieht weitere Anwendungsgebiete in der Luft- und Raumfahrt, im Bereich regenerativer Energien und bei energiesparender Beleuchtungstechnik.

Die 1912 in Düren gegeründete Isola GmbH zählt nach eigenen Angaben zu den führenden Herstellern von kupferkaschierten, glasfaserverstärkten Basismaterialen zur Herstellung von Leiterplatten.

Weltweit erwitschaftete die heute zur Texas Pacific Group (TPG) gehörende Isola-Gruppe erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von 650 Millionen US-Dollar.

Am Standort Birkesdorf sind derzeit 346 Mitarbeiter beschäftigt.

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