Bürgerspräche: Baudezernent lobt „positive Emotionalität“

Von: Stephan Johnen
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Professor Wolfgang Meisenheimer, Peter Koschorreck, Jürgen Kraus und Cem Timirci (von links) stellten die Broschüre vor. Foto: sj

Düren. Wer kennt eine Stadt besser als ihre Bürger? Dieser Gedanke stand im Mittelpunkt der Überlegungen, als das „Team Stadtentwicklung“ Ende 2011 zum ersten öffentlichen Bürgergespräch eingeladen hatte. Ziel: Die Bürger sollten konkret mit dem sonst eher abstrakten Thema „Stadtentwicklung“ in Berührung kommen. Mehr noch: Sie sollten miteinander ins Gespräch kommen, Ideen entwickeln.

„Wir hätten nicht mit einer solchen Resonanz gerechnet“, zog Team-Leiter Peter Koschorreck nach bislang fünf Gesprächen im Stadtmuseum eine Bilanz. Etwa 60 bis 100 Interessierte nahmen jeweils teil. Das Team, das sich als überparteilich begreift, überreichte am Freitagabend eine Dokumentation der bisherigen Veranstaltungen an Dürens Baudezernenten Paul Zündorf.

Nach zwei Abenden, an denen der Blick in andere Städte schweifte und die Möglichkeiten von Bürgerbeteiligung ausgelotet wurden, standen mit dem Friedrich-Ebert-Platz, der Schützenstraße und der Stadthalle sowie dem Postgelände aktuelle Dürener Themen auf der Agenda. „Ich glaube, dass die Bürgergespräche geholfen haben, etwas Bewegung in die Stadtentwicklung zu bringen“, ist Koschorreck überzeugt. „Es wurde mehr diskutiert, in den Rat wurden Anträge eingebracht.“ Nicht zuletzt die Idee, einen Masterplan zu entwickeln, sei so geboren worden.

Beizeiten wurde äußerst emotional debattiert, kochten die Gemüter, gab es viel Wut im Bauch. Der Dürener Architekt Professor Wolfgang Meisenheimer, der alle Gespräche moderierte, spricht von einem für den Entwicklungsprozess sehr wichtigen „Aufbau von Spannung“. Die richtige Mischung zwischen Information und Provokation setze Gedankengänge in Bewegung. „Plötzlich war beispielsweise die Frage der Schönheit und Hässlichkeit der Stadt ein Thema. Das haben wir jahrzehntelang nicht gehabt“, sagt Meisenheimer. So sei eine Debatte über Gestaltungsrichtlinien und ästhetisches Bauen angeschoben worden.

Einfach die Frage „Was wollt Ihr denn?“ in den Wald hineinzurufen und auf eine Antwort zu warten sei ein „naives Verständnis“ von Bürgerbeteiligung. Den Bürgern müssten Vorschläge gemacht werden. Auch Vorschläge, an denen sich die Geister scheiden. Die kreative Energie gelte es dann in Ergebnisse umzumünzen.

Baudezernent Paul Zündorf sprach in diesem Zusammenhang von „positiver Emotionalität“. „Bürgerbeteiligung bedeutet nicht mehr, dass wir im Rathaus am grünen Tisch planen und zu einem Infoabend einladen“, sagte er. „Wir brauchen heute viel mehr solcher Veranstaltungen“, würdigte er die Bürgergespräche. Deren bisherigen Ergebnisse und Anregungen sollen in den Masterplan aufgenommen werden. Die Dokumentation gibt es kostenlos im Fritz-Erler-Haus an der Ecke Holzstraße/Goethestraße und im Bürgerbüro der Stadt.

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