Düren - Bürgerprotest verhindert AfD-Wahlkampf

Bürgerprotest verhindert AfD-Wahlkampf

Von: Carsten Rose
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Bis auf einen Schriftzug wird am Donnerstag von der AfD in Birkesdorf nichts zu sehen sein. Ihr Wahlkampftermin wurde abgesagt. Foto: Rose

Düren. Der ursprünglich für Donnerstag in Birkesdorf geplante Dürener Bürgerdialog der Alternative für Deutschland (AfD) ist abgesagt worden. Die Pächter der Birkesdorfer Festhalle zogen der Partei gegenüber ihre Zusage zurück, nachdem ihnen seitens der Dürener Politik und der Birkesdorfer Bevölkerung – insbesondere von Vereinen – dazu geraten worden sei.

Ab 19 Uhr sollten morgen eigentlich der NRW-Spitzenkandidate der AfD für die Bundestagswahl, Martin Renner, sowie drei kreisauswärtige Landtagskandidaten Wahlkampf betreiben.

Mario Napiralla, einer von zwei Betreibern der Festhalle, sagte, dass der Druck von allen Seiten gewachsen sei, der AfD keinen Schauplatz zu bieten – er befürchtet einen Imageverlust, wenn die Veranstaltung wie geplant stattfinden würde. „Wir sind nur kleine Unternehmer, für uns sind Veranstaltungen in der Festhalle überlebenswichtig“, sagt Napiralla, „wir haben Angst vor Einbußen, wenn die örtlichen Vereine in Zukunft nicht mehr zu uns kommen, weil wir an die AfD vermietet haben.“ Rein aus unternehmerischer Sicht habe er der AfD anfangs auch zugesagt, der Partei an sich stünde er nicht nahe.

Liesel Koschorreck, Dürens stellvertretende Bürgermeisterin und SPD-Landtagsabgeordnete aus Birkesdorf, suchte am Montag das Gespräch mit Napiralla. Zuvor hatten Mitglieder des Bezirksausschusses ihr mitgeteilt, dass man die Veranstaltung nicht zulassen könne. „Daraufhin habe ich das Gespräch mit dem Pächter gesucht. Ich habe ihm erzählt, dass es Protest gibt und ihm die Gründe erläutert. Das Gespräch hat vielleicht zwei oder drei Minuten gedauert.“

Koschorreck nannte „anti-demokratische Aussagen“ Renners als Hauptgrund für den Protest.

Bernd Essler, AfD-Fraktionsvorsitzender im Dürener Stadtrat und Sprecher der Kreis-AfD, sagte, es sei kurzfristig nicht mehr möglich gewesen, an einen anderen Ort auszuweichen. Mit Blick auf weitere Termine in der Zukunft kündigt Essler an: „Wir werden keine Räume mehr suchen, die von Privatpersonen vermietet werden. Wir werden auf öffentliche Räume zurückgreifen, oder wir machen Veranstaltungen auf dem Dürener Marktplatz.“

Dass die Pächter der Birkesdorfer Festhalle einen Rückzug gemacht haben, begründet Essler damit, dass sie „regelrecht bedroht“ worden seien und kritisiert „dieses demokratische Verständnis“ der AfD-Gegner. Koschorreck widerspricht: „Wer mich kennt, der weiß, dass das nicht meine Art ist.“

Das Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt, das im Vorfeld eine Gegendemonstration ab 18 Uhr angekündigt hatte, setzte Koschorreckt über die Veranstaltung in Kenntnis. Bündnis-Sprecher Karl Panitz: „Es wurde niemandem gedroht. Die Pächter wurden über die AfD-Parolen informiert und dass sich die Birkesdorfer wehren. Daraufhin wollten sie das Verhältnis zur Bevölkerung nicht zerrütten.“

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