Bürgermeister Walter Ramm verabschiedet sich in den Ruhestand

Von: Sarah Maria Berners
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So leer hat Walter Ramm seinen Schreibtisch selten gesehen. Am Freitag sitzt Kreuzaus scheidender Bürgermeister zum letzten Mal im Büro. Foto: smb

Kreuzau. „Wenn wir die Vereine nicht hätten, dann wäre das Dorfleben um etliche Facetten ärmer. Wenn es überhaupt noch existieren würde“, sagt Kreuzaus scheidender Bürgermeister Walter Ramm. Und weil ihm die Vereine wichtig waren, hat er jeden der 120 Vereine in der Gemeinde mindestens einmal im Jahr besucht, zu großen Feiern zum Beispiel.

„Von Montag bis Freitag standen die Arbeit in der Verwaltung und in den politischen Gremien im Vordergrund“, beschreibt Ramm seinen beruflichen Alltag. Von Freitag bis Sonntag hätten dann die Vereine im Mittelpunkt gestanden. Als Bürgermeister war Walter Ramm an allen Stellen gefragt. „Es ist schon ein sehr intensiver Beruf“, resümiert er. Eine Sieben-Tage-Woche sei keine Ausnahme. Walter Ramm hat diese Arbeit gerne gemacht, die Termine und die Gremien, in denen er tätig ist, hat er nie gezählt.

Und auch in diesen letzten Tagen seiner Amtszeit, am Freitag sitzt er zum letzten Mal in seinem Büro, ist der Terminkalender voll. Der Schreibtisch aber ist schon aufgeräumt. Der Platz für Nachfolger Ingo Eßer ist geschaffen.

19 Jahre lang – 1995 wurde er Gemeindedirektor, 1999 hauptamtlicher Bürgermeister – war der 65 Jahre alte Walter Ramm im Amt. „Meine Leute hier im Rathaus werde ich besonders vermissen. Ich hatte ein tolles Team, auf das ich mich immer verlassen konnte“, sagt Walter Ramm. Der Zeitdruck hingegen ist etwas, auf das Walter Ramm gut verzichten kann. Er freut sich, endlich mehr Zeit mit seiner Familie, den Enkelkindern zu verbringen. Langeweile ist nicht in Sicht: Der Garten, der Geschichtsverein – „es ist vieles liegengeblieben“, sagt Walter Ramm. Und im Deutschen Roten Kreuz und dem Eifelverein will sich der Pensionär weiterhin engagieren.

Die Entwicklung der Gemeinde wird er aufmerksam verfolgen. „Die roten Zahlen haben wir schon geschrieben, als ich begonnen habe, im Rathaus zu arbeiten“, sagt Ramm. „Und sie werden auch meinen Nachfolger noch einige Zeit begleiten.“ Schließlich gelte es, nicht nur den Haushalt auszugleichen, sondern auch die Rücklagen wieder aufzufüllen. „Das braucht Zeit“, weiß Ramm. In seiner Laufbahn gab es auch aus diesem finanziellen Grund nicht nur erfreuliche Aufgaben, so hat er das Personal im Rathaus von 125 auf 100 Personen runterfahren müssen.

Brachflächen mit Leben gefüllt

Als Landesplaner war Walter Ramm vor seiner Amtszeit mit der Flurbereinigung befasst – und das Interesse für die Gestaltung sei bis heute geblieben. So blickt Ramm zum Beispiel zufrieden auf Friedenau, wo in den vergangenen Jahren barrierefreier Wohnraum geschaffen wurde, und auf andere ehemalige Brachflächen, die heute zum Beispiel mit Geschäften zwischen Kreuzau und Winden gut genutzt würden.

„Als Bürgermeister sollte man nicht immer auf den ersten Zug aufspringen. Es ist besser, ein wenig zu warten, um dann eine optimale Lösung herbeizuführen“, sagt Ramm. Aber nicht alles, was er für wünschenswert hielt, konnte realisiert werden. „Ein Hotel haben wir bis heute nicht. Dabei sind wir Touristenregion.“ Für die Zukunft hält der scheidende Verwaltungschef zum Beispiel auch ein Neubaugebiet für den Zentralort für wünschenswert.

Der Rückgang der Einwohnerzahl ist eine Sache, die Walter Ramm in den vergangenen Jahren Sorgen bereitet hat. Und in der Begleitung des demografischen Wandels sieht er eine der Hauptaufgaben für Politik und Verwaltung. „Dabei müssen wir junge und alte Menschen, die Nahversorgung, die Entwicklung des Ortszentrums und vieles mehr im Blick haben“, sagt Ramm. Was Kitas und Schulen anbelangt, sei die Gemeinde gut aufgestellt.

„Es ist wichtig, nicht nur zu reagieren, sondern zu agieren“, betont Ramm. Der scheidende Bürgermeister hofft, dass auch der neue Rat nach sachlichen Debatten gute Entscheidungen für die Zukunft der Gemeinde trifft – egal, aus welchem Lager ein Vorschlag kommt.

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