Inden/Altdorf - Bürgermeister-Wahl in Inden: Plädoyer für Bürgerengagement

Bürgermeister-Wahl in Inden: Plädoyer für Bürgerengagement

Von: Guido Jansen
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Willkommen im kleinen Wahlkampf-Büro: Stephan Breuer koordiniert seinen Wahlkampf von Zuhause aus. Foto: Guido Jansen

Inden/Altdorf. „Herzlich willkommen in meinem Wahlkampf-Büro“, sagt Stephan Breuer, weist mit der Hand in Richtung seines Wohnzimmertischs und lächelt. Ein Laptop, Papier, Kugelschreiber und die Informationsbroschüren der konkurrierenden Bürgermeisterkandidaten liegen auf dem Tisch. Und sein eigener Flyer, den er in Kürze verteilen will, um sich bei den Indenern bekannt zu machen.

Das ist notwendig, denn im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern ist Breuer bisher in Inden politisch nicht aktiv gewesen. Trotzdem wirft er seinen Hut in den Ring bei der Bürgermeisterwahl am 13. September.

„Ich habe wenig politische Erfahrung. Aber es mir wichtig, zu zeigen, dass es Alternativen gibt, die aus der Bürgerschaft heraus entstehen“, sagt Breuer. Darüber hinaus wolle er zeigen, dass es auch Menschen gibt, die Interesse daran haben, die Zukunft der Gemeinde mitzugestalten.

Zur Kandidatur entschlossen hat sich Breuer im April, seine notwendigen Unterstützer-Unterschriften sammelte er allerdings erst im Juni. Weil er ehrenamtlich bei der Feuerwehr aktiv ist und weil dort im Mai der Tag der Feuerwehr auf dem Programm stand, wollte er seine Tätigkeit dort von seiner Kandidatur trennen.

Auf eine Partei und organisierte Unterstützer kann Stephan Breuer nicht zurückgreifen. Plakate, Fotos, Texte – alles entsteht im kleinen Wahlkampfbüro auf dem Wohnzimmertisch. „Zukunft beginnen. Jetzt“ lautet sein Slogan. Die Familie hat geholfen, die Plakate in der Gemeinde zu verteilen. Stephan Breuer ist verheiratet und hat drei Kinder. „Jedes Plakat, jeder Flyer ist durch meine Hand gegangen“, sagt er.

Für junge Menschen will Breuer Möglichkeiten vor Ort schaffen. „Es gibt nicht mehr viele große Unternehmen in Inden. Aber unsere Jugend braucht die Chance auf Ausbildungsplätze vor Ort. Sonst verlieren wir sie“, sagt Breuer. Erst recht, wenn RWE als großer Arbeitgeber irgendwann wegfällt. Verwaltungserfahrung bringt der 46-Jährige keine mit. Er baut darauf, dass er im Falle eines Sieges schnell lernt, mit Hilfe eines starken Teams um ihn herum. „Ich will da kein Einzelkämpfer sein und habe nicht den Anspruch, das Rad neu zu erfinden.“

Als seine größte Stärke sieht Breuer seine Nähe zu den Bürgern. „Ich stehe nicht vor ihnen, nicht hinter ihnen. Ich stehe mittendrin.“ So blickt er mit Sorge auf die Leerstände bei den Geschäften im Umfeld des Rathauses und würde daran etwas ändern, wenn er auf den Indener Chefsessel gewählt würde. Und seine Haltung als parteiloser Kandidat würde er beihalten wollen. „Ich will keine Partei-grenzen. Automatisch „Nein“ zu einer Idee zu sagen, nur weil sie von der Gegenseite kommt – davon halte ich nichts.“

Stephan Breuer ist Realist. Er weiß, dass es schwer für ihn ist, im Konkurrenzkampf mit den politischen Schwergewichten der Gemeinde zu bestehen. Trotz der Außenseiter-Perspektive geht er aber mit großem Eifer an die Aufgabe. „Wer sich engagiert, der kann auch mitreden.“ Und das will er auch in Zukunft weiter tun. Auch, wenn er nicht die große Überraschung schafft.

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