Bürgermeister Hermann Heuser zur Kritik am Standort „Festplatz Selhausen“

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Niederzier/Selhausen. In Selhausen wächst der Widerstand gegen den Beschluss des Gemeinderates, bei weiter steigenden Flüchtlingszahlen auch eine Unterkunft auf dem örtlichen Festplatz zu errichten.

Rund 70 Bürger folgten am Dienstagabend dem Aufruf zu einer privaten Bürgerversammlung. Neben ihrem Unverständnis über die Standortwahl übten die Teilnehmer auch Kritik an der Informationspolitik der Gemeinde. Die weist Bürgermeister Hermann Heuser zurück. „Wir nehmen die Bedenken der Bevölkerung grundsätzlich sehr ernst. Darum hatten wir am 21. Oktober zu einer zentralen Informationsveranstaltung eingeladen, bei der wir unser Konzept zur Unterbringung der Flüchtlinge vorgestellt haben“, betont Heuser. Da habe jeder Bürger die Chance gehabt, sich aus erster Hand zu informieren.

Der Bürgermeister macht zudem deutlich, dass es eine Grundsatzentscheidung des Rates gewesen sei, abhängig von den weiteren Zuweisungszahlen, in allen Ortschaften der Gemeinde Unterkünfte für jeweils 50 Flüchtlinge zu errichten. Es sei aber noch vollkommen unklar, ob der Standort in Selhausen überhaupt benötigt werde. „Wir werden jetzt erst einmal in Ellen und Hambach zwei Unterkünfte errichten, Erfahrungen damit sammeln, und dann im zweiten Halbjahr 2016 entscheiden, ob wir weitere dieser Unterkünfte benötigen“, betont Heuser.

Er hofft, dass sich die Situation bis dahin vielleicht entschärft und auch die Bundesregierung andere Lösungen findet. Die endgültige Entscheidung, ob in Selhausen tatsächlich gebaut wird, falle frühestens in einem Jahr. Daher sei es zum jetzigen Zeitpunkt viel zu früh, über Details zu sprechen. Heuser verspricht aber, dass die vorhandenen Aufbauten am Festplatz nicht tangiert werden, weder das Dorfgemeinschaftshaus noch der Grill- oder der Spielplatz. Das Areal sei groß genug. „Wenn es soweit ist, werden wir auch in Selhausen noch einmal die Bürger informieren“, kündigt er an.

Weil die Gemeinde weiterhin zwischen zehn und 20 Flüchtlinge pro Woche aufnehmen muss, geht Heuser jetzt davon aus, dass in der kommenden Wochen die ersten Flüchtlinge im mittlerweile umgebauten ehemaligen Kasino am Ortsrand von Niederzier einquartiert werden. Dort stehen bis zu 80 Plätze zur Verfügung.

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