Bürgermeister Heinrich Göbbels (CDU) für Langerwehe vereidigt

Von: Stephan Vallata
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Stapelweise Akten türmen sich schon auf dem Schreibtisch: Langerwehes neuer Bürgermeister Heinrich Göbbels (CDU) ist dabei, sich in die Materie einzuarbeiten. Foto: Vallata

Langerwehe. Ja, und wo ist denn nun der Computer? Auf dem Schreibtisch steht er jedenfalls nicht. Dort stapeln sich die Akten, von einem Computer keine Spur. Aber als Bürgermeister braucht man heutzutage doch bestimmt so ein Ding, um der Bürde des Amtes irgendwie gerecht zu werden. Also wo ist der Computer?

Diese Frage gefällt Heinrich Göbbels ganz gut. Darauf kann er nämlich antworten, dass er ein Laptop benutzt und sich die Arbeit gerne auch mal mit nach Hause nimmt. Und dort sei das Laptop eben gerade jetzt. So sieht das nämlich aus.

Anrufe am Wochenende

„Das ist selbstverständlich”, sagt Heinrich Göbbels (CDU), seit dem 21. Oktober Bürgermeister der Gemeinde Langerwehe.

Am Montagabend ist der 51-jährige Politikwissenschaftler bei der konstituierenden Ratssitzung vereidigt werden. Ab heute kann es also so richtig losgehen mit dem politischen Tagesgeschäft.

Göbbels hat sich vorgenommen, nicht nur ein guter Chef der Verwaltung zu sein, sondern auch „Repräsentant der Bürgerschaft” - inklusive Sieben-Tage-Woche.

Die bringe das Amt eben so mit sich, glaubt Göbbels. Anrufe an den Wochenenden über die private Telefonnummer seien etwas ganz Normales. „Da bin ich nicht nur offen, das finde ich sogar begrüßenswert.”

Mit dem politischen Handwerk kennt sich Göbbels ziemlich gut aus: 1994 ist er erstmals via Direktmandat in den Gemeinderat von Langerwehe eingezogen, ab 1999 war er stellvertretender Bürgermeister.

Auch Ortsvorsteher von D´horn ist er mal gewesen. Zum Bürgermeister ist er dann am 30. August dieses Jahres mit 53 Prozent der Stimmen gewählt worden. „Das ist okay, würde ich sagen.”

Einen seiner Arbeitsschwerpunkte sieht Göbbels darin, Langerwehe „etwas stärker ökonomisch auszurichten, ohne die Ökologie zu vernachlässigen”.

Vor allem die Planung und Erschließung neuer Gewerbeflächen will er vorantreiben. Die Gemeinde müsse ihre „attraktive Lage zwischen Köln und Aachen” noch besser zur Geltung bringen. Mit der Euregiobahn gebe es eine neue Verkehrsanbindung, außerdem werde die L12n als neuer Autobahnzubringer von „entscheidendem Vorteil” für die Ansiedlung weiterer Firmen sein. „Die Infrastruktur stimmt.”

Als assoziatives Mitglied sei Langerwehe auch am Indeland-Prozess beteiligt, sagt Göbbels und findet: „Wir sind gar nicht so schlecht aufgestellt für die Zukunft.” Bisher schwebt das Damoklesschwert des Haushaltssicherungskonzepts trotz der vermehrt durchschlagenden Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise nicht über der Gemeinde Langerwehe. Und der Bürgermeister hofft, dass dies auch so bleibt. Allerdings sei man von verschiedenen Faktoren abhängig. Einer davon: „Eine Kommune braucht Einnahmen. Und die größte Einnahmequelle ist die Gewerbesteuer.”

Eine weitere dringliche Aufgabe für Göbbels ist nicht zuletzt die Sanierung von Schulen mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II. Profitieren sollen davon unter anderem die beiden offenen Ganztagsschulen in der Gemeinde.

„Im Zuge tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen wird dieses Angebot immer wichtiger”, findet der Bürgermeister. Gleiches gelte im Übrigen auch für die U3-Betreuung, die ebenfalls den Anforderungen der Zeit angepasst werden müsse. Langerwehe könne auf jeden Fall damit punkten, sämtliche Schulformen im Angebot zu haben. Darauf will Göbbels aufbauen.

Kein Dienst nach Vorschrift

Vor knapp drei Wochen hat Heinrich Göbbels die Amtsgeschäfte von seinem Vorgänger Franz-Josef Löfgen - und sich ein Bild von den Arbeitsbedingungen gemacht. „Ich habe hier alles sehr gut angetroffen.”

Die Kooperation mit den Mitarbeitern und Amtsleitern verlaufe reibungslos, ist sich der Bürgermeister sicher und möchte mal eine Lanze für die Verwaltung brechen: „Man ist hier bereit, Leistungsbereitschaft über das normale Maß zu zeigen.”

Allen läge Langerwehe am Herzen. Von Dienst nach Vorschrift könne also gar keine Rede sein. „Insofern habe ich hier ein sehr gut bestelltes Feld vorgefunden.” Da macht es eigentlich auch nichts, wenn das Laptop mal zuhause bleibt.
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