Bürgerinitiative sagen Container-Terminal den Kampf an

Von: ng
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Für die Bürgerinitiative sin
Für die Bürgerinitiative sind es dunkle Wolken, die zwischen Arnoldsweiler und Merzenich aufziehen: Sie wollen das geplante Container-Terminal mit allen Mitteln verhindern. Foto: Gottfroh

Arnoldsweiler. Die Mitglieder der Bürgerinitiative Arnoldsweiler-Merzenich sind sauer - nicht nur wegen des geplanten Container-Terminals. Sie ärgern sich über die Informationspolitik, die „fehlende Transparenz” und die „schon jetzt uneingelösten Versprechen” von Landrat Wolfgang Spelthahn und Hans-Peter Nießen, dem Geschäftsführer der Rurtalbahn.

„Die Bürger von Arnoldsweiler sollten ausgiebig informiert werden - das ist bis heute nicht passiert”, kritisert Michael Breuer, Mitglied der BI. „Selbst wenn die Pläne nicht insgeheim schon auf Eis liegen - wir geben nicht auf”, kündigen die Mitglieder der Bürgerinitiative weiteren Widerstand an.

Auch wenn sie wissen, dass sie damit nicht bei jedem Bürger auf Verständnis stoßen. Mehrfach hätten sich die Gegner schon den Vorwurf der Übertreibung gefallen lassen müssen. „Viele Leute denken, dass ein paar Lkw und ein paar Züge am Vorbahnhof entlangrollen. Die Dimensionen dieses Projekts werden aber verkannt”, sagt Frank Abschlag. „Der Landrat spricht von einer Größe des Terminals von 120 Hektar - das sind 120 Fußballfelder. Oder die Größe des gesamten Gewerbegebietes ?Im großen Tal”, sagt er und erklärt weiter: „Jeden Tag werden dann 400 Container von Lkw gebracht und abgeholt. Das sind 800 Fahrbewegungen.”

Dieser Verkehr soll, so sehen es die Planungen vor, über die neue Auffahrt der A4 geregelt werden. Daran wollen die Mitglieder der BI nicht so recht glauben. „Die Lastwagenfahrer werden den kürzesten Weg wählen und durch alle umliegenden Ortschaften rasen”, sagt Michael Breuer.

Dabei sei die Umgebung bereits „enorm belastet”. Nicht nur durch den Verkehrslärm, sondern auch durch Feinstaub. „Im Westen reihen sich die Gewerbegebiete aneinander. Schaut man sich den Norden an, findet man dort Windräder und den Tagebau. Die A4 führt demnächst im Osten entlang, zudem kommt bald noch die Hambachbahn hinzu. Im Süden erstreckt sich die Zugstrecke Aachen-Köln, mit dem zunehmenden Güterverkehr”, erklärt Terminalgegner Volker Dellbrügge.

„Haben wir nicht ein Recht darauf mitzubestimmen, was vor unserer Haustür gebaut wird?”, fragt Michael Breuer. „Wenn wir die Aussagen des Landrats ernst nehmen und die 750 Meter Abstand zur Wohnbebauung in eine Skizze des Gebietes einzeichnen, dann kreuzen sich die Abstand-Flächen. Es bliebe nicht ein Quadratmeter Platz für das Projekt”, sagt Breuer.

Alfred Schulte vom BUND sieht ein ganz anderes Problem: Hinter dem Vorbahnhof erstreckt sich ein Landschaftsschutzgebiet. „Bevor der erste Zug einrollen kann, muss das Gelände erst einmal um fünf Meter aufgefüllt werden und die 24-Stunden-Beleuchtung, die höher als die Arnoldsweiler Kirche sein wird, leuchtet nicht nur in die Häuser - das ist ein schwerer Eingriff in die Landschaft”, sagt auch BI-Mitglied Peter Hemgenberg.

Auch das Argument der entstehenden Arbeitsplätze lassen die Mitglieder der BI nur begrenzt gelten. „Ob diese von den Verantwortlichen prophezeiten Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden, wagen wir noch zu bezweifeln”, sagt Lars-Soeren Ott.

Zudem sei es paradox, einen Umschlagplatz für Container zwischen zwei Orte zu setzen, wenn, wie Breuer betont, direkt in Merzbrück eine geeignete Fläche zur Verfügung stehe: „Das Land Nordrhein-Westfalen wird Millionen in den Lärmschutz investieren müssen. Das ist doch nicht logisch”, sagt er.

Die BI-Mitglieder wollen weiterkämpfen: „Wir werden nicht diskutieren, sondern demonstrieren. Wir werden uns auch an den Petitionsausschuss des Landtags wenden und wenn nötig bis zur EU gehen, um das Container-Terminal zu verhindern”, kündigt Peter Hemgenberg an.
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