Bürgerinitative: Windräder beeinträchtigen Erdbebenmessung

Von: Stephan Johnen
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Beeinträchtigen Windräder Messstationen? Bei vorhandenen Rädern habe es keine Beschwerden gegeben, sagt Bürgermeister Axel Buch. Foto: sj

Brandenberg/Raffelsbrand. Kann die Ausweisung einer Konzentrationsfläche für Windräder bei Brandenberg verhindert werden? Die Bürgerinitiative „Ochsenauel“, die gegen diesen Standort kämpft, ist überzeugt, dass die Planungen der Gemeinde Hürtgenwald, zwei Konzentrationsflächen auszuweisen, gestoppt werden müssen. Die BI verweist auf den jüngsten Windenergie-Erlass des NRW-Umweltministers.

„Windenergieanlagen können im Nutzungskonflikt mit Messstationen des Geologischen Dienstes stehen“, heißt es. In einem Zehn-Kilometer-Radius um eine Erdbeben-Messstation könne die Errichtung von Windrädern problematisch und nicht zulässig sein. Und eine sogenannte Mikrobeben- und Starkbebenstation des Geologischen Dienstes befindet sich bei Großhau, weniger als vier Kilometer von der geplanten Konzentrationsfläche entfernt.

„Wir befürchten, dass die Windräder die Ergebnisse der für die Bevölkerung und den Erdbebenschutz wichtige Station beeinträchtigen“, sagt Professor Wolfdieter Reuter von der BI. Er fordert die Gemeinde auf, die Planungen an dieser Stelle einzustellen. In einem Brief an Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) hat die BI zudem ihre Zweifel an den Windenergieplanungen zum Ausdruck gebracht.

„Geäußerte Bedenken müssen beachtet und einer sachgerechten Abwägung zugeführt werden“, verweist Spelthahn in seiner Antwort, die unserer Zeitung vorliegt, auf die laufende Bauleitplanung der Gemeinde. Der neue Windenergie-Erlass sehe ausdrücklich eine Beteiligung des Geologischen Dienstes in den betroffenen Planungs- und Genehmigungsverfahren vor. In jedem Fall sei eine Einzelfallprüfung nötig, eine Beurteilung sei schwierig, „da geeignete und standardisierte Mess- und Beurteilungsverfahren fehlen“.

„Der Geologische Dienst hat generelle Bedenken angemeldet, diese aber aus unserer Sicht nicht konkretisiert“, sagte Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch auf Nachfrage unserer Zeitung. Buch wies darauf hin, dass die bereits vorhandenen Windräder zwischen Bergstein und Brandenberg bisher keine Störungen verursacht hätten. Im Gespräch mit dem Geologischen Dienst sollen alle Zweifel ausgeräumt werden, um eine „rechtssichere Lösung“ zu erzielen. „Sobald die Bedenken konkretisiert sind, lässt sich auch ein Gutachten in Auftrag geben“, skizziert Buch einen möglichen Weg. „Das ist derzeit ein Rumstochern im Nebel.“ Die Windenergie-Planungen jedenfalls sieht er nicht in Gefahr.

In der zweiten Konzentrationsfläche bei Raffelsbrand hatte im vergangenen Jahr der Denkmalschutz Bedenken angemeldet. Betroffen vom Bau der Windräder wären Laufgräben und Stellungen aus dem Zweiten Weltkrieg, die als Bodendenkmal eingetragen sind. „Hier stehen wir vor einer Lösung“, sagte Axel Buch. Standorte seien „minimal verändert“ worden, um das Bodendenkmal zu schützen. Die Gemeinde wolle zudem erklärende Hinweistafeln aufstellen.

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