Bürgerdialog: Schüler sprechen über Freiheit, Gleichheit und Cannabis

Von: Leandra Kubiak
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An Gruppentischen haben die Schüler darüber diskutiert, was Lebensqualität für sie ausmacht und wie diese erreicht werden kann. Moderiert hat Anja Stiel. Foto: Leandra Kubiak
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An Gruppentischen haben die Schüler darüber diskutiert, was Lebensqualität für sie ausmacht und wie diese erreicht werden kann. Moderiert hat Anja Stiel. Foto: Leandra Kubiak
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Düren. Über die Frage, was ihnen im Leben wichtig ist, mussten die Schüler der Q1, also der Jahrgangsstufe elf des Gymnasium am Wirteltor nicht lange nachdenken. Schnell fielen Begriffe, die nicht nur die Schüler persönlich, sondern letztlich die gesamte Gesellschaft betreffen: Freiheit, Toleranz, Gerechtigkeit, Bildung.

Und genau darum ging es beim „Bürgerdialog 2015“, der am Mittwoch in der Mensa des Gymnasium am Wirteltor in Düren veranstaltet wurde. Die Schüler sollten darüber diskutieren, was für sie Lebensqualität in Deutschland ausmacht.

Der Bürgerdialog ist ein Projekt der Bundesregierung und verfolgt das Ziel, über den Austausch mit der Bevölkerung herauszufinden, was dieser wichtig ist, um das schließlich in die Politik einbinden zu können.

Bundesweit werde der Bürgerdialog an rund 200 Stellen durchgeführt, sagt Annika Rasner vom Bundeskanzleramt. In vielen Städten wird der Dialog zum Beispiel von den Volkshochschulen durchgeführt – so auch in Düren. Hier ist die Veranstaltung eine Kooperation zwischen VHS Rur-Eifel und dem Gymnasium. Bürgermeister Paul Larue und Schulleiterin Dr. Claudia Filling richteten einführende Worte an die Schüler. Die Ergebnisse der Dialoge sollen ausgewertet und an die Bundesregierung weitergeleitet werden. „Toll, dass der Bürgerdialog hier an einer Schule stattfindet!“, meint Annika Rasner. „Die Perspektive der Schüler ist uns wichtig.“

In einer ersten Runde schreibt jeder der rund 50 Schüler drei Begriffe auf rote Karten. „Denkt groß!“, gibt Moderatorin Anja Stiel den Schülern vorab noch mit auf den Weg. „Denkt auch an Deutschland und die Welt und daran, was Lebensqualität ausmacht.“

In einer zweiten Runde einigen sich die Schüler in Kleingruppen auf jeweils bis zu zehn Begriffe, die für sie beschreiben, was Lebensqualität in Deutschland ausmacht. An einer großen Pinnwand werden die Begriffe nach Themen geordnet und es wird schnell deutlich: Viele der Begriffe wiederholen sich. „Gesundheit“, „Gerechtigkeit“, „Familie“, „Freiheit“ oder auch „Infrastruktur“ werden an die Wand geheftet. Mit Aufklebern markieren die Schüler anschließend, welche Themen ihnen besonders wichtig sind. Über diese wurde weiter diskutiert. Ganz vorne: Das Thema Bildung und das Thema Cannabis-Legalisierung. Auch die Themen Arbeit, Gleichberechtigung und soziale Sicherheit erhielten viele Stimmen.

„Das Thema Cannabis war von vielen nicht so ganz ernst gemeint“, vermutet Schüler Obrad Miskovic. „Das Thema wird doch gerade in der Politik diskutiert! Die Schüler treffen damit genau den Nerv der Zeit“, findet Anja Stiel. Die Moderatorin war glücklich über die rege Beteiligung der Schüler. „Das ‚System Schule‘ schwingt hier allerdings mit“, findet sie. Die Schüler wüssten, welche Antworten vermeintlich „richtig“ seien. Deshalb hat Anja Stiel sie besonders dazu ermutigt, tatsächlich das zu sagen und aufzuschreiben, was ihnen wichtig ist.

Redebedarf hatten die Schüler auch in Sachen Schulsystem. In einer der Gruppen wurde darüber diskutiert, ob das „G8-Modell“ die optimale Schulform sei. Der Aufwand während der letzten Schuljahre sei enorm groß.

Der „Bürgerdialog 2015“ findet nicht nur in Veranstaltungen statt. Eine Beteiligung an dem Projekt ist auch online möglich.

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