Bürgerbegehren: Initiatoren schlagen Kompromiss für Weierstraße vor

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
11817492.jpg
Währen die Bürgerbegehren weiterlaufen, bieten die Initiatoren einen Kompromiss an: die Verlagerung die Fahrradstation. Foto: Abels

Düren. Rund 2000 Unterschriften haben die Initiatoren der beiden Bürgerbegehren gegen den von der „Ampel“-Koalition beschlossenen Wegfall von bis zu sechs Parkplätzen an der Weierstraße bereits zusammengetragen. 4200 müssen es werden, damit sich der Stadtrat erneut mit der überdachten Fahrradstation und dem Car-Sharing-Standort beschäftigt.

Die Geschäftsleute und Marktbeschicker sind zuversichtlich, dass sie das Quorum bis 16. März (Fahrradstation) und 31. März (Car-Sharing) erreichen werden. Die Resonanz vor Ort sei weiter groß und zahlreiche Unterschriftenlisten seien in den Stadtteilen noch unterwegs, betont Johannes Meylahn. Dass es zwei Bürgerbegehren mit zwei unterschiedlichen Fristen gibt, liegt daran, dass zwei verschiedene Ratsbeschlüsse auf dem Prüfstand stehen.

Liegen die benötigten Unterschriften vor – es dürfen sich nur wahlberechtigte Dürener beteiligten –, muss sich der Stadtrat erneut mit den beiden Themen befassen. Bliebe er dann bei seinen Beschlüssen, käme es zum Bürgerentscheid. Dann würden alle Dürener ab 16 Jahren per Briefwahl aufgefordert über die Zukunft der Weierstraße zu entscheiden. Geschätzte Kosten für die Stadt: rund 20.000 Euro.

Doch soweit müsse es nicht kommen, erklären die Anlieger Marina Nekrasov und Johannes Maylahn sowie Klaus Langen für die Marktbeschicker, die die Initiative unterstützen. Sie geben sich kompromissbereit. „Um die Mobilitätsentwicklung in der Stadt zu unterstützen, würden wir das Car-Sharing-Experiment akzeptieren“, erklärt Meylahn. Dafür aber müsste die Politik zusichern, auf das Fahrradparkhaus zu verzichten. Das würde das charakteristische Bild der Weierstraße zerstören und die Sicht auf mindestens ein Schaufenster verstellen, ergänzt Nekrasov. Zudem befürchten die Geschäftsleute, dass eine solche Anlage Wildpinkler und Graffitischmierer anziehe

Fahrradstellplätze gäbe es bereits genug, betonen die Weierstraßen-Anlieger, zum Beispiel nur wenige Meter entfernt an der Annakirche, an der Zehnthofstraße und am Kaiserplatz. Die veralteten Anlagen könnten mit geringem Aufwand modernisiert werden, damit sie einen Schutz gegen Vandalismus und Diebstahl bieten. An der Annakirche böte sich sogar die Möglichkeit, eine bewachte Fahrradstation einzurichten.

Aus Sicht der Geschäftsleute sind die Parkplätze direkt vor der Tür einer der wenigen, wenn nicht der einzige Standortvorteil der Läden. Das gelte für die Weierstraße, aber auch für die Wilhelmstraße und den Kaiserplatz. Die Kurzzeitparkplätze werden immer wieder gerne auch von auswärtigen Marktbesuchern genutzt, betont Klaus Langen. Auch das müsse die Politik berücksichtigen. „Wenn auch Auswärtige unsere Bürgerbegehren unterstützen dürften, hätten wir bereits mehr als doppelt so viele Unterschriften beisammen“, betont Meylahn. Das kann Klaus Langen nur bestätigen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende und „Ampel“-Sprecher Henner Schmidt kündigt an, sich in der kommenden Woche mit den Initiatoren des Bürgerbegehrens zusammensetzen zu wollen. „Uns ist an einer gemeinsamen Lösung gelegen.“ Zuletzt hatte Baudezernent Paul Zündorf vorgeschlagen, das Car-Sharing an die Wilhelmstraße zu verlegen.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert