Bürger-Werkstatt: Vorschläge sind ausdrücklich erwünscht

Von: ahw
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Gemeindeplanerin Regina Dechering notierte am Modell des geplanten Indesees die Anregungen und Wünsche der Bürger auf gelben Zetteln. Foto: Antonius Wolters

Inden. Dort, wo sonst die Indener Kommunalpolitiker über anstehende Entscheidungen brüten, waren am Mittwoch die Bürger aus Inden/Altdorf, Lamersdorf und Lucherberg gefragt. Gut 100 Interessierte waren in den Ratssaal gekommen, um sich dort über den Rahmenplan Indesee und seine Auswirkungen auf ihre Ortschaften informieren zu lassen.

Außerdem bestand bei dieser Gelegenheit die Möglichkeit, gezielt Fragen zu stellen und auch eigene Ideen, Wünsche und Anregungen im laufenden Planungsprozess anzubringen.

Vorgestellt haben den Rahmenplan, den die Entwicklungsgesellschaft Indeland für die Nutzung am künftigen Indesee und den Zeitraum der Befüllungsphase erarbeiten lässt, Annette Gerardy und Clas Scheele vom Büro RPM Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten. Einleitende Worte sprachen Regina Dechering, die Planerin der Gemeinde, und Bürgermeister Ulrich Schuster. Mit am Tisch saßen auch die Ortsvorsteher Berthold Marx (Lamersdorf), Elmar Gasper (Inden/Altdorf) und Rudi Görke (Lucherberg).

Groß wie der Tegernsee

Bevor aus der Tagebau-Mulde ein Gewässer etwa von der Größe des Tegernsees wird, vergeht noch sehr viel Zeit. Entsprechend schwierig ist es für die Planer, die anstehenden Schritte und Entwicklungen zu skizzieren, die allenfalls in Ansätzen zu erkennen sind – wenn überhaupt.

Dass sich die Orte Richtung See entwickeln werden, gehörte zu den Aussagen, die manchem Interessierten vielleicht noch gar nicht so klar waren. Unterschiedlich ist allein schon die Lage der Orte zum See: Lucherberg wird terrassenförmig zum Seeufer hin wachsen und ist als Wohnquatier vorgesehen, an der touristisch erschlossenen Goltsteinkuppe mit dem Indemann wird sich der Trubel konzentrieren, und Lamersdorf erhält einen Hafen. Den Planern schwebt eine Profilierung der Nutzung in den einzelnen Orte vor, die gemeinsam ein stimmiges Angebot ergeben.

Auf Nachfrage erläuterte Regina Dechering kurz das Ersatzstraßenkonzept, wonach das Erreichen der Goltsteinkuppe ohne Ortsdurchfahrten ermöglicht wird. Wichtig ist neben Straßen auch das Radwegenetz für Verbindungen von A nach B und die Freizeitnutzung, denn „Indeland ist Fahrradland“, wie die Planer postulierten.

Breiten Raum nahm die Gestaltung der so genannten Zwischenlandschaft ein, womit die Zeitspanne während der Befüllung des Sees gemeint ist. Beide Planer nahmen die Besucher der Info-Veranstaltung mit auf eine Zeitreise, die den Zustand fünf, zehn und fünfzehn Jahre nach dem Start der Seebefüllung beschrieb. „Wir sind sehr gespannt auf ihre Wünsche und Anregungen“, hatten die Besucher in einer als Bürger-Werkstatt bezeichneten Gruppenphase Gelegenheit, ihre Vorstellungen zu den verschiedenen Füllständen zu formulieren, bei der sich der See den einzelnen Orten annähert.

Eine Freizeitnutzung des Gewässers sei bereits nach fünf Jahren möglich, war zu erfahren. Nach 15 Jahren ist das Mximum von 92 Metern über N.N. beinahe erreicht. Bereiche, die dann bereits geflutet sind, bedürfen vorher einer speziellen Nutzung, die dieser Vergänglichkeit Rechnung trägt. Es wurden auch Ideen vorgestellt, wie die Veränderung des Wasserspiegels in Szene gesetzt werden kann.

Bürger einbeziehen

Diese Möglichkeit, die Bürger in den Planungsprozess einzubeziehen, kann nur ein Anfang sein. Vor allem von den jüngeren Teilnehmern seien interessante Denkanstöße gekommen, wie dieser Prozess auch mit den neuen Medien aufgearbeitet werden könne, sagte Schuster am Rande der Veranstaltung. Eine weitere Infoveranstaltung ist für Samstag, 22. Juni, in Schophoven geplant, das einmal als „Dorf am See“ eine exponierte Lage einnehmen wird.

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