Bündnis kündigt Demo gegen Rechtsextremismus an

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Monika Ollig, Ludger Dowe, Susanne Rössler (v.l.) und Gunter Derichs (r.) vom Bündnis gegen Rechtsextremismus kündigen weitere Aktionen an und weisen auf den mobilen Berater Michael Trube hin. Foto: Abels

Düren. Der Unmut am Rurtal-Gymnasium war groß, nachdem die «Pro-NRW-Jugend” vor zwei Wochen vor der Dürener Schule mit einem Flugblatt versucht hatte, Jugendliche mit rechtspopulistischen Parolen zu ködern und weitere Flugblattaktionen ankündigte.

„Ich kann jeden Schulleiter nur ermutigen, sich bei uns zu melden, damit wir reagieren können”, erklärt Pfarrerin Susanne Rössler, eine der Sprecherinnen des Dürener Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt (BgR). Eine Möglichkeit, sich im Unterricht mit den ausländerfeindlichen Parolen auseinanderzusetzen, bietet die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus in Köln (IBS), die ab Freitag auf ihrer Internetseite http://www.nsdok.de/ibs eine mehrseitige Argumentationshilfe gegen den Flyer „Extremismus tötet” zusammengestellt hat.

Das Dürener Bündnis weist aber auch auf die beim IBS angesiedelte und vom Bundesfamilienministerium geförderte „Mobile Beratung im Regierungsbezirk Köln” hin. Michael Trube (0221/221-26332) steht auch im Kreis Düren Jugendeinrichtungen, Vereinen, Schulen, aber auch Einzelpersonen, die rechtsextremistische Aktivitäten registriert haben, als Ansprechpartner zur Verfügung und hilft, weitere Schritte zu planen.

Das versucht auch das Dürener Bündnis, dem mittlerweile über 190 Gruppierungen und 1100 Einzelmitglieder angehören. Vier Arbeitsgruppen - Info/Aktion, Kultur/Sport, Jugend/Soziales und Integration - treffen sich in der Regel einmal im Monat, um die Situation zu erörtern und künftige Aktionen zu planen.

So ruft das Bündnis unter dem Motto „Keine Naziparolen in meinem Stadtteil” am 24. April zu einer Putzaktion auf. Rechte Aufkleber sollen abgelöst und Graffitis abgewaschen werden. Und von denen gibt es mehr als man denkt, erklärt Koordinator Gunter Derichs, „wenn man mit wachen Augen durch die Stadt geht”. Positiver Nebeneffekt: Für jede entfernte Parole erhält das Bündnis von Sponsoren finanzielle Unterstützung. „Man kann sagen, die NPD finanziert das Bündnis”, schmunzelt Ludger Dowe, der auch auf Infostände an den kommenden Samstag in der Dürener Innenstadt hinweist.

Zwei Tage vor der Landtagswahl, am Freitag, 7. Mai, ruft das BgR in Düren zu einer Demonstration gegen Rechtsextremismus auf. Und am Volkstrauertag plant das Bündnis auf dem Soldatenfriedhof Vossenack eine Gedenkfeier, um dort Aktivitäten von NPD und Kameradschaft Aachener Land wie in früheren Jahren zu verhindern.
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