Kreis Düren - „Bühne unter Sternen“: Gespräch mit Konzertveranstalter Christian Mourad

„Bühne unter Sternen“: Gespräch mit Konzertveranstalter Christian Mourad

Von: Burkhard Giesen
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Der Aachener Konzertveranstalter Christian Mourad. Foto: Burkhard Giesen
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Traumhafte Kulisse: Im vergangenen Jahr begeisterte Sänger Joris bei der „Bühne unter Sternen“ die Menschen auf Burg Nideggen. 2017 kommt unter anderem Jamie Cullum in die Eifel. Foto: Sandra Kinkel

Kreis Düren. Es ist noch nicht so lange her, da hätte niemand auch nur einen Cent darauf verwettet, dass die Festival-Bühne auf Burg Nideggen jemals wieder aufgebaut werden könnte. Selbst Landrat Wolfgang Spelthahn, Schirmherr und über die Kreiskulturinitiative auch Veranstalter der Reihe „Bühne unter Sternen“, hielt sich nach dem Aus der Reihe lange bedeckt – bis er auf Christian Mourad traf.

Der Aachener Veranstalter hat das Festival im vergangenen Jahr wiederbelebt, und das eindrucksvoll: Joris trat in Nideggen auf, Gregory Porter wurde verpflichtet. In diesem Jahr werden unter anderem Till Brönner und Jamie Cullum auf der Bühne stehen. Dem schon beeindruckendem Neustart folgt also ein Programm, dass man in dieser Qualität so nicht alle Tage präsentiert bekommt.

Wie macht man das? „Ich mache einfach“, antwortet Christian Mourad, der in Aachen die Agentur „creatEvent“ betreibt. Dabei hat er zunächst als Rechtsanwalt angefangen, war Geschäftsführer beim Aachener Karnevalsverein und moderierte die Ordensverleihung „Wider den tierischen Ernst“, wechselte in besseren Zeiten für ein Jahr zur Alemannia („Fußball ist oft ein sehr windiges Geschäft.“) und war dort fürs Marketing verantwortlich. Die perfekte Aachener Karriere. Fehlte nur noch der Reitverein. Stattdessen machte sich Mourad selbstständig. „Eier nicht rum, spring!“, sagt er, sei damals sein Motto gewesen. Also hat er 2007 die überaus erfolgreiche Reihe „Kurpark Classix“ organisiert.

„Einfach machen“ ist leicht gesagt. Als die Idee zu den „Kurpark Classix“ in Kooperation mit dem Stadttheater Aachen entstanden ist, hat Mourad gelernt: „Man braucht einen langen Atem.“ Nur über Konstanz und Geduld könne man eine Veranstaltungsreihe etablieren, sagt er rückblickend. Eine Erfahrung, die ihm in Nideggen hilft. Sein Ziel: Das Programm soll attraktiv sein, „halbwegs bezahlbar“, Qualität haben – und das in puncto Programm ebenso, wie bei der Infrastruktur.

Wer beispielsweise auf wackeligen Stühlen Platz nehmen musste oder ins Dixie-Klo sollte, der würde vielleicht nicht wiederkommen. Den langen Atem hat der gebürtige Aachener bei den Kurpark-Veranstaltungen bewiesen. Lionel Ritchie war dort schon zu Gast, Joe Cocker ebenso. In diesem Jahr kommen die „Fantastischen Vier“.

Mit deren Management verhandelt er schon seit Jahren, hat sich immer wieder Absagen eingehandelt, bis es jetzt endlich geklappt hat. „Manchmal schreibt man Konzert-Anfragen einfach in den Orbit rein und erhält nie eine Antwort“, sagt Christian Mourad. Oder muss geduldig genug sein, wie bei „Fanta 4“ oder auch bei Jamie Cullum, wo er ebenfalls über Monate hinweg verhandelt hat, um das einzige NRW-Konzert des Engländers nach Nideggen zu lotsen.

„Die Burg ist eine wundervolle Location, auch wenn sie am Ende der Welt liegt“, sagt Mourad, der in den ersten beiden Jahren spürbar einen Akzent auf Jazz und Soul legt, ohne mit dem Schweizer Sänger Seven die Zielgruppe Jugendliche oder im letzten Jahr mit „Falco meets Queen“ die breitere Masse zu vernachlässigen. „Natürlich ist es schwierig, in der Sommersaison bei sowieso schon vielen Open Air-Veranstaltungen die Menschen nach Nideggen zu locken“, gesteht Mourad, zumal sein Werbeetat begrenzt ist und er eher auf Mund-zu-Mund-Propaganda und Social Media setzt. Gleichwohl ist es genau das, was ihn auch reizt: Die „Bühne unter Sternen“ als Marke zu platzieren. Und das, ohne andere Events zu „kannibalisieren“.

Mourad versteht das Angebot in Nideggen als Ergänzung zu den bestehenden Events in der Region und will sich trotz des leichten Jazz- und Soul-Akzentes gar nicht mal auf diese Ausrichtung festlegen. „Ich bin da ganz offen. Es muss nicht nur Jazz oder Pop sein. Mit dem Bezug zu Düren könnte ich mir auch mal einen Rudolf-Schock-Abend vorstellen, wenn es in die Reihe passt.“

Dass der Veranstalter sich für das kommende Jahr nicht weiter in die Karten blicken lässt, ist verständlich. Joe Jackson oder Brian Ferry würden ihm auf der Burg gefallen. „Und das ist nicht mal unrealistisch“, sagt Mourad. Das lässt erahnen, mit welch‘ hohem musikalischen Niveau man vielleicht auch in Zukunft rechnen kann.

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