Büfett mit musikalischen Häppchen für alle

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Verbreiteten am Sonntagnachmittag beste Stimmung: Die Musiker der Brass-Band „Papa Dre´s Dixie Parader”.

Düren. Vieles floss in Strömen beim Jubiläumswochenende der 20. Dürener Jazztage: Menschenmassen, musikalische Energien, Flüssiges, Emotionen, Temperament, Lokalkolorit und Glücksgefühle beim Vorsitzenden des Dürener Jazzclubs, Rolf Delhougne.

Der stellte fest, dass wieder „Enormes im Bereich des Marketings für die Stadt geleistet wurde und die Rurstadt zum Anziehungspunkt für Jazzfreunde aus nah und fern wurde”.

Leichtes Beben und Vibrieren erschütterten am Samstagabend den vollbesetzten Rathausvorplatz, der beim Stadtwerkeabend zum Tanzpalast wurde. Die Dynamik, welche „Brooklyn Funk Essentials” auf der Bühne entwickelte, wurde zum „Power´n Jazz”, zum Energieschub für das Publikum, das magnetisch angezogen wurde von der präsentierten Mischung aus Funk, Rap, Dub, Jazz, Folk und Hipp-Hop.

Sicherlich gewöhnungsbedürftig für eingefleischte Jazzer, die sich entweder der Ausstrahlung auf Dauer nicht entziehen konnten und die Party mit feierten oder sich mit der Frage „Ist das Light-Jazz oder effektvoll produzierter Pop?” eine Ruhepause vor der Kneipentour gönnten.

Schon der Auftakt des Abends mit den „Boogie Wonder Stars”, die im Stile der legendären Band „Earth Wind & Fire” Soul, Funk, Motown, afro-amerikanische und moderne Pop-Rhythmen spielten, lieferte einen Energieriegel für das Wohlbefinden, das aber häufig durch diejenigen getrübt wurde, die die Jazztage als Event verstanden und den Musikbegeisterten schlichtweg auf die Nerven gingen durch ihr unbeteiligtes distanziertes Verhalten.

Abreagieren konnte man sich auf dem Rundgang zu den vielen Gaststätten, in denen Bands, Quintette, Dui oder Solisten Jazz in seiner Vielfalt aufzeigten, von traditionell bis modern, vom Blues bis zum Latin-Jazz, von fast chansonartig bis zum Rock´n Roll. Ein Jazz-Büfett mit musikalischen Häppchen für alle. Wer sich dafür interessierte, war in den Kneipen, das Event-Publikum saß davor.

Den Sonntag wollte der Jazzclub umgestalten. Keine Jazzparade mehr, sondern Übergangslösungen bis zur beabsichtigten Street-Parade in den nächsten Jahren.

Doch der Regen macht einen Strich durch die Rechnung. Die geplanten Konzerte auf dem Ratshausvorplatz wurden aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die Bühne war nicht wetterfest, wie Niko Bellgardt vom Jazzclub erläuterte. So war es bei Dauerregen ein verhaltener Sonntag.

In Grenzen

Zwar gab es Gesundungs-Energien bei der Jazz-Matinee im Dürener Krankenhaus, Jazz-Frühschoppen in drei Wirtshäusern in der Stadt, doch der Zuspruch hielt sich in Grenzen. So blieb als Trost nur Fingerschnippen beim Oldstyle-Jazz mit den „Papa Dre´s Dixie Parader” auf dem Marktplatz unter dem Regenschirm.

Ausgefallen ist aber nicht abgesagt. Zu einem späteren Zeitpunkt wird der Auftritt der Bigband des Gymnasiums am Wirteltor unter der Leitung von Christian Welters sowie dem ausgezeichneten Percussionist Roland Peil nachgeholt. Auch der Monschauer Jazz-Organist Gero Körner und seine hochkarätige Band werden bald wieder Gäste in der Rurstadt sein.

Fulminant wurde es am Abend in der Christuskirche. In der Intimität des Gotteshauses spielte Roy Hargrove mit seiner Band auf. Faszinierende Klänge auf seiner Trompete. Exzellent, nonchalant, ehrfurchtsvoll, temporeich, brillant interpretierte der texanische Trompetervirtuose die klassische Jazzmoderne.

Er war Traditionalist und Modernisierer bei seinem musikalischen Ausflug in die jüngere Jazz-Geschichte. Atemberaubend seine Vorstellung und Glücksmomente für die Zuhörer, die eine Karte für dieses Konzert „ergattert” hatten.
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