Brutaler Raubmord nach acht Jahren aufgeklärt?

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Aachen/Birkesdorf. Der Fall hatte vor acht Jahren hohe Wellen geschlagen: Am 21. Februar 2006 wurde die 77-jährige Gattin des Seniorchefs eines damaligen Möbelhauses in ihrem Haus an der Zollhausstraße in Birkesdorf von Einbrechern brutal ermordet.

Lange Zeit tappten Polizei und Staatsanwaltschaft bei der Suche nach den Tätern im Dunkeln. Eine von der Familie nur einen Monat nach dem Gewaltverbrechen ausgesetzte Belohnung in Höhe von 5000 Euro blieb ebenso wirkungslos wie ein nach Zeugenangaben erstelltes Phantombild eines Mannes, der im Umfeld des Tatortes aufgefallen war.

Am Dienstag nun, fast genau acht Jahre nach dem Gewaltverbrechen, meldete die Staatsanwaltschaft Aachen eine erste Festnahme in dem nie ganz zu den Akten gelegten Fall. Das Amtsgericht Aachen hat Haftbefehl gegen einen 35-jährigen Mann wegen gemeinschaftlichen Mordes erlassen.

Wie Oberstaatsanwalt Peter Jansen mitteilte, konnten seinerzeit am Tatort gesicherte DNA-Spuren dem 35-Jährigen zugeordnet werden, der sich zuletzt nach einer Verurteilung wegen weiterer Straftaten, unter anderem Wohnungseinbrüchen, im offenen Vollzug im Raum Osnabrück aufgehalten hat. Der Festgenommene hat den Mord bislang nicht gestanden und bestreitet nach Aussage Jansens auch eine Beteiligung an der Tat. Die Ermittlungen dauern an.

Wann das Verfahren eröffnet wird, steht noch nicht fest. Jansen geht davon aus, dass die Staatsanwaltschaft Aachen in drei bis vier Monaten Anklage erheben wird. Bis dahin wird der Fall neu aufgerollt.

Aufgrund der seinerzeit am Tatort gesicherten Spuren geht die Staatsanwaltschaft weiterhin davon aus, dass der 35-Jährige nicht alleine gehandelt hat. Es müssen mehrere Täter beteiligt gewesen sein, die das Opfer ausgeraubt und schwer misshandelt haben. Die Täter sollen der 77-Jährigen das Gesicht zugeklebt haben, so dass die Frau qualvoll erstickte. Nach der Obduktion der Leiche in Köln sprach die Staatsanwaltschaft von „multiplen Gewalteinwirkungen“ auf den Körper der Seniorin.

Der Raubmord im Jahr 2006 war nicht der erste Überfall auf die Familie. Schon 2003 und 2005 war das Ehepaar in seinem Wohnhaus überfallen worden. Die beiden früheren Fälle wurden aufgeklärt. Im ersten wurde ein Krimineller zu drei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt, im zweiten landeten zwei Täter, denen noch weitere Verbrechen nachgewiesen werden konnten für neuneinhalb und sieben Jahre hinter Gitter. Ein Zusammenhang mit dem Raubmord konnte bei beiden Verfahren nicht festgestellt werden.

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