Düren - „Brustkrebs”: Ängste und Beklemmungen genommen

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„Brustkrebs”: Ängste und Beklemmungen genommen

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Ein begehbares Modell der weiblichen Frust ermöglichte den Besuchern faszinierende Einblicke. Foto: Hahn

Düren. Themen, die sonst fast nur von Betroffenen diskutiert werden, in die Öffentlichkeit geholt zu haben: Darin liegt der größte Verdienst des Tages der offenen Tür, zu dem das Brustzentrum im Krankenhaus Düren am Samstag eingeladen hatte.

Mit einer Fülle von Informationsangeboten, aber vor allem mit menschlicher Kompetenz nahmen Chefarzt Dr. Ludger Paas, sein Team und zahlreiche Gäste den Besuchern die Ängste und die Beklemmung, mit der das Thema „Brustkrebs” in Gesprächen vielfach noch behaftet ist.

Das Gespräch ermöglichen, Mut zu machen, sich schwierigen Fragen zu stellen und sie auch zu formulieren: Den Dürenern gelang dies auf die unterschiedlichste Weise - schon durch die Art und Weise, wie sie das Brustzentrum und die Facetten seiner Arbeiten in die Öffentlichkeit brachten. So scheuten die Organisatoren ungewöhnliche Wege nicht und dokumentierten zum Beispiel durch eine Modenschau Wege, wie von ihrer Krankheit gezeichnete Frauen (Männer stellen ungefähr fünf Prozent der Brustkrebs-Patienten) sich trotzdem chic kleiden können. Und weil solche Tumore mit ihren Konsequenzen dazu führen, dass Menschen ihre Haare verlieren, waren im Krankenhaus an der Roonstraße auch Anbieter von Perücken und anderen speziellen Waren zur Stelle. Ein weiterer unverzichtbarer Bestandteil dieses ersten Tages der offenen Tür: die Selbsthilfegruppen.

Beeindruckend wirkte der Tag der offenen Tür aber auch durch die Art und Weise, wie Dr. Paas, aber auch weitere Ärzte des Hauses und Gäste mit dem heiklen Thema umgingen. Manche ihrer Medien wirkten auf den ersten Blick etwas unheimlich und leicht surreal: In den Weiten des Erdgeschosses standen je eine begehbare weibliche Brust und eine ebensolche Nachbildung einer Gebärmutter, die ein Hersteller aus Erfurt zur Verfügung gestellt hatte. Manche Besucher, besonders die Kinder, begegneten den imposanten Modellen mit Scheu. Doch wer selbst oder dank des Zuredens der Mutter die Zurückhaltung überwand, konnte faszinierende Eindrücke auf sich wirken lassen. Sehr informative und praktische Information gab es darüber hinaus am Stand des Brustzentrums selbst.

Mindestens ebenso wichtig wie die Gespräche an den Ständen waren schließlich die Vorträge. In einer von der Ausdrucksweise her sehr zugänglichen und darum auch für die Frauen hilfreichen Sprache gaben Chefarzt Dr. Paas sowie etliche Kollegen ihr Wissen und ihre Strategien im Umgang mit Verdacht und Diagnose weiter. „Information und Reflexion” hatte der Ausrichter als Devise für diese Veranstaltungspremiere ausgegeben.

Nur zwei Wochen vor dem großen Fest zum 100-jährigen Bestehen des Dürener Krankenhaus sind die Referenten dieser Vorgabe gerecht geworden. Und auch wenn sie den Zuhörern nicht alle Ängste nehmen konnten: Die Experten haben ihnen mit Sicherheit das Gefühl gegeben, dass sie auch damit im Brustzentrum gut aufgehoben sind.
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