Brückenbauerinnen für Frauen in Notsituationen

Von: gkli
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Die Frauen vom Verein „Goldrute“ und ihr Unterstützer: Hava Zaimi (stellvertretende Vorsitzende), Ruth Maria Schmitz (Schriftführerin), Uwe Willner (Sparkasse), Dr. Jadigar Kesdoğan (Vorsitzende), Fatma Aksoy (stellvertretende Koordinatorin) und Nermin Ermis (Koordinatorin). Foto: gkli

Düren. „Wir sehen uns als Brückenbauer und nicht als Konkurrenz zu Vereinen wie Frauen helfen Frauen“, betont Dr. Jadigar Kesdoğan. Die Vorsitzende des Dürener Vereins „Goldrute“, der im Oktober 2012 gegründet wurde und sich die Förderung des Migrantinnen-Netzwerks gegen häusliche Gewalt zum Ziel gesetzt hat, hielt nun Rückschau auf das vergangene Geschäftsjahr.

In 2013 betreuten die Mitarbeiterinnen des Zusammenschlusses 37 Frauen und 65 Kinder zwischen dem 18. und dem 60. Lebensjahr aus 15 verschiedenen Herkunftsländern. Einen typischen Fall geben die Mitarbeiterinnen von „Goldrute“ preis, allerdings nennen sie keine Namen. Der Sachverhalt: Eine 28-jährige Frau, die eine Tochter hat, geht eine Beziehung mit ihrem Arbeitgeber ein.

Mit der Zeit erlebt sie sexuelle, psychische und psychische Gewalt. Wegen ihrer beruflichen und finanziellen Abhängigkeit hofft sie auf Veränderung und Verbesserung der Beziehung. Es geschieht jedoch das Gegenteil, die Gewaltspirale wird immer unerträglicher. Die Frau erstattet bei der Polizei Anzeige. Die Beamten wiederum schalten den Weißen Ring ein, dieser wiederum aktiviert die „Goldrute“. Noch am selben Tag findet das erste Gespräch statt und es wird deutlich, in welcher Gefahr die Frau wirklich lebt.

Die Mitarbeiterinnen der „Goldrute“ stammen aus diversen Ländern wie etwa aus der Türkei, aus Russland, aus dem Irak, aus dem Kongo, aus dem Kosovo, aus Tschetschenien und aus Deutschland. Bei allen Aktiven handelt es sich um gestandene Frauen, die mit dem alltäglichen Leben in mindestens zwei Kulturen bereits viele Erfahrungen gemacht haben und sehr versiert sind. Sie greifen Frauen unter die Arme, die zwischen den kulturellen Stühlen stehen und sich zudem noch in Schwierigkeiten befinden.

Hava Zaimi, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, formuliert es so: „Wenn sich die Migrantinnen aufgrund von Angst, Scham und Sprachbarrieren nicht in der Lage sehen, aus der Gewaltspirale selbstständig herauszukommen, dann können die ‚Brückenbauerinnen‘, die bereits mit dem bestehenden Hilfesystem in Stadt und Kreis Düren vernetzt sind und selber Migrationshintergrund aufweisen, kompetente, vertrauliche und vor allem schnelle Hilfe anbieten.“

Was Dr. Jadigar Kesdoğan bedauert: „Wir erhalten keinerlei finanzielle Unterstützung von öffentlicher Hand.“ Aus diesem Grund sprang nun die Sparkasse Düren mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 15.000 Euro in die finanzielle Bresche. Mit diesem Geld kann der Anlaufpunkt am Evangelischen Gemeindezentrum ausgebaut und professionalisiert werden. Uwe Willner, Vorstandsvorsitzender des Geldinstitutes, überbrachte einen entsprechenden Scheck.

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