Bretter, die die Welt bedeuten

Von: Christoph Hahn
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Eindrucksvolle Schau junger Talente: Beim Pokal-Wettkampf reihte sich in der Lendersdorfer Rurtalhalle Schachbrett an Schachbrett. Foto: Hahn

Lendersdorf. Klickklack, klickklack. Hundertfach hallt es durch die Rurtalhalle. 278 Jungen und Mädchen im Alter zwischen sechs und 20 Jahren sind der Einladung des Vorsitzenden Peter Titz und seiner Mitstreiter vom Schachverein Lendersdorf gefolgt.

Der Wettbewerb, zu dem die Kinder und Jugendlichen angetreten sind, heißt fast so wie der Austragungsort: Rurtal-Pokal nämlich. Der wird an jenem Samstag zum siebten Mal ausgespielt. Und das erklärt auch, warum so viele Eltern und Jugendwarte mitsamt der Schach-Junioren in den Ort südlich der Kernstadt Düren angereist sind.

Denn der Rurtal-Pokal gilt etwas, wenn man jung ist und es Großmeistern wie Kramnik und Anand gleich tun will. Darum sitzen in der karnevalistisch dekorierten Halle nicht nur Teilnehmer aus Lendersdorf, Düren, Aachen-Eilendorf und Erftstadt.

Aus Wachtberg-Fritzdorf, dort, wo das Rheinland bald zum Tal der Ahr hin abfällt, sind sie ebenso gekommen wie aus der Umgebung von Dortmund, aus der Landeshauptstadt Düsseldorf, aus Köln und aus Ostbelgien. Abenteuerlust bewies ein junger Mann, der die weite Fahrt von Nürnberg nach Lendersdorf nicht scheute.

Peter Titz, in mancherlei Hinsicht die Seele des Ganzen, ist jedenfalls hoch zufrieden, wenn er von seinem Arbeitsplatz hinter den Computern auf der Bühne - der Elferratstisch ist provisorisch an die Wand gerückt worden - in den Saal schaut.

Schachbrett reiht sich an Schachbrett. Ein Spieler nimmt, sobald Titz mit alles durchdringender Stimme den Wettbewerb frei gegeben hat, mit den weißen Figuren das Gesetz des Handelns in die Hand.

Sein Gegenüber hält mit König, Dame, Springer, Turm und Bauer in Schwarz so gut es geht dagegen. Ausgespielt wird der Rurtal-Pokal nach dem Schweizer System: Partien werden nicht nach dem Zufallsprinzip ausgelost - vielmehr treten möglichst gleich starke Teilnehmer gegeneinander an, was auch für die folgenden Runden gilt.

Mit der Spielstärke, berichtet Organisator Titz, ist es in Lendersdorf sehr gut bestellt: Gleich bei fünf Wettkämpfern liegt die TWZ-Wertungszahl über 2000 - „und von denen ist einer erst zwölf”, kommentiert der Chef des Pokal-Unternehmens.

Was den Stellenwert des Schach-Ereignisses betrifft, ist er sich eh völlig sicher: „Das ist für Anfänger wie für Großmeister interessant.”

Mögen auch Turniere in aller Welt mit Stars und Glamour locken: Die Gastgeber punkten auf anderen Wegen. Denn immerhin gehört das Turnier in der Rurtalhalle zur Grand-Prix-Tournee der nordrhein-westfälischen Schachjugend.

Dass die Ausrichter den Pokal jetzt zum siebten Mal ausgelobt haben, beruht jedenfalls auf allem anderem als auf einem Zufall: In der Jugendarbeit ist der Schachverein Lendersdorf fast schon traditionell aufgestellt.

Und damit die Halle zu einem Ort wird, in dem Konzentration herrscht und die Gebote der Fairness herrschen, packen so gut wie alle Mitglieder feste an - an dem Computern auf der Bühne, in der Meldestelle oder am Büffet. So wird der Kampf um den Rurtal-Pokal nicht nur zu einer packenden Schau der Meister von morgen und übermorgen, sondern auch zu einer starken Gemeinschaftsleistung.
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