Niederzier - Breitbandinitiative: Flächendeckendes „DSL 16000” in zwei Jahren

Breitbandinitiative: Flächendeckendes „DSL 16000” in zwei Jahren

Von: Jörg Abels
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Steht Rede und Antwort zur Breitbandversorgung in Düren: Gregor Theißen von der Telekom. Foto: Abels

Niederzier. Auf den ersten Blick fahren die Bürger der Gemeinde Niederzier auf der weltweiten Datenautobahn auf der Überholspur. Für 99,9 Prozent der Telefonanschlüsse ist DSL verfügbar. Das zumindest besagt die Statistik der Telekom, die Gregor Theißen auf Einladung des CDU-Gemeindeverbands erläuterte.

Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass viele Anschlüsse sich eher auf dem Standstreifen bewegen. Über zwölf Prozent der Anschlüsse liegen so weit vom alles entscheidenden Vorwahlknoten entfernt, dass nicht einmal mehr ein Megabit (DSL 1000) erreicht wird, oft nur noch 384 kbit.

Grund ist der sich mit der Entfernung potenzierende Widerstand der Kupferleitungen, auf denen das DSL-Signal transportiert wird. Vor allem Bewohner in Hambach und Huchem-Stammeln klagen über Schneckentempo, das für Unternehmen im Gewerbegebiet „Rurbenden” sogar ein echter Standortnachteil ist. Zwar kündigte Theißen an, dass die Telekom das Netz im Bereich Huchem-Stammeln bis Anfang 2010 ausbauen will, eine flächendeckende Grundversorgung in ganz NRW mit mindestens einem Megabit sei aber erst für 2012 wahrscheinlich.

Grund sind die hohen Tiefbaukosten, die bei der Verlegung der benötigten Glasfaserkabel von den Vorwahlknoten bis zu den Verteilerkästen in den einzelnen Orten entstehen und nicht jede Erschließung für die Telekom wirtschaftlich erscheinen lassen. Theißen sprach von 20.000 bis 65.000 Euro je laufenden Kilometer, plus 15000 Euro für einen neuen Verteilerkasten (200 Hausanschlüsse).

Ein mickriges Megabit aber ist für Wolfgang Spelthahn indiskutabel. „Gleiche Leistung für gleichen Preis” fordert der Landrat, dass die Benachteiligung der ländlichen Gebiete im Vergleich zur Großstadt endlich ein Ende haben muss. Mit der von ihm gestarteten Breitbandinitiative setzt er gemeinsam mit den Kommunen im Kreis zum Überholvorgang an.

Und er drückt aufs Gaspedal. Nachdem Bund und Land in dieser Woche ihre Bereitschaft erklärt haben, einen Ausbau des Netzes im Kreis Düren zu unterstützen, soll bereits im Juni mit dem Ausbau des Netzes begonnen werden. Gespräche mit Anbietern über verschiedene denkbare Szenerien laufen auf Hochtouren. 1,5 Mio. Euro stellt der Kreis aus seinen Mitteln des Konjunkturpakets II zur Verfügung, die Kommunen ihrerseits sollen die gleiche Summe beisteuern.

Mit der Förderung von Bund und Land sollten dann in einem ersten Schritt alle Verteilerkästen ans Glasfasernetz angeschlossen werden können. „Wir wollen uns aber die Option offen halten, Glasfaser bis in alle Haushalte zu legen”, betonte Spelthahn und machte deutlich, dass es sich bei der Initiative nicht um eine Subventionierung der Telekommunikationsbranche handelt.

„Wir erstatten nur die tatsächlichen Mehrkosten für den ländlichen Raum.” Wie dringend der Handlungsbedarf trotz einer DSL-Verfügbarkeit (ab 384 kbit) von 96 Prozent ist, zeigen die ersten Ergebnisse der Fragebogenaktion im Internet. „Über 97 Prozent der Bürger sind mit der Geschwindigkeit auf der Datenautobahn unzufrieden”, erklärt Spelthahn.
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