Breitbandausbau für acht Ortsteile ist nötig

Von: Sandra Kinkel
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Nörvenich. An seinem sechsten Arbeitstag als neuer Bürgermeister von Nörvenich hatte Dr. Timo Czech (41) gleich eine echte Mammutaufgabe zu bewältigen.

In seiner zweiten Ratssitzung musste der CDU-Politiker den Haushalt für 2016 einbringen – und das umfangreiche Zahlenwerk trug deutlich die Handschrift des neuen Verwaltungschefs.

Die Zahlen sprechen für sich: Den Erträgen der Gemeinde Nörvenich aus Grundsteuer A und B, Gewerbesteuer sowie Transferleistungen und Schlüsselzuweisungen in Höhe von rund 20 Millionen Euro stehen Ausgaben in Höhe von gut 22 Millionen Euro gegenüber – das ergibt einen Fehlbetrag zwei Millionen Euro. Und dieser Fehlbetrag muss – Nörvenich ist Stärkungspakt-Kommune (siehe Themenbox) – bis zum Jahr 2018 komplett abgebaut sein. „Die Entscheidung, Stärkungspakt-Kommune zu werden, war richtig“, so Czech in seiner gut 90-minütigen Haushaltspräsentation. „Wir wollen keine Anleihen auf die Zukunft mehr machen, sondern dafür sorgen, dass unsere Gemeinde irgendwann vielleicht sogar einmal schuldenfrei wird.“

Die höchsten Ausgaben der Gemeinde sind die Kreisumlage mit 4,9 Millionen Euro, Personalkosten mit 4,4 Millionen Euro und die Jugendamtsumlage mit 2,5 Millionen Euro. „Ein Drittel unserer Aufwendungen“, so Czech, „geht an den Kreis. Ich sage das völlig wertfrei, aber diesen Ausgaben stehen wir völlig machtlos gegenüber.“

Trotz äußerst knapper Kassen hat Bürgermeister Czech seinen Ratskollegen eine Investitionsliste vorgelegt, die er in den kommenden Jahren umsetzen möchte. Drei Punkte liegen ihm dabei besonders am Herzen.

Stichwort Personal: In den vergangenen neun Jahren hat sich die Zahl der Verwaltungsmitarbeiter von 45 auf 35 reduziert – und das bei immer weiter steigenden Ausgaben. Czech: „Allein in den vergangenen zwei Jahren hat sich der Krankenstand verdoppelt. Hier müssen wir etwas tun.“ Unter anderem will Czech einen IT-Systembeauftragten für Nörvenich einstellen.

Stichwort Breitbandausbau: 510.000 Euro hat Czech für schnelleres Internet in Nörvenich veranschlagt. „Für Binsfeld, Frauwüllesheim und Rommelsheim gibt es ein Glasfasernetz. Für alle anderen acht Orte unserer Gemeinde nicht. Das muss sich dringend ändern, auch mit Blick auf unsere Gewerbetreibenden.“

Stichwort Bürgerservice- und Gewerbeamt: Czech wünscht sich einen großzügigen Eingangsbereich für das Nörvenicher Rathaus als zentrale Anlaufstelle für die Bürger.

„Natürlich müssen wir unseren Konsolidierungskurs fortsetzen“, gab Czech zum Schluss seiner Ausführungen seinen Ratskollegen mit auf den Weg. „Aber ich bitte Sie, mutig zu sein, und diese Investitionen, die unsere Gemeinde nach vorne bringen, mitzutragen.“ Bis zum 19. November haben die Ratsmitglieder Zeit, über den Haushalt zu beraten. Dann findet die nächste Sitzung statt, in der der Etat verabschiedet werden soll.

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