Düren - Bravouröses Konzert: Kyrie und Gloria in der Annakirche

Bravouröses Konzert: Kyrie und Gloria in der Annakirche

Von: Bruno Elberfeld
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Bravouröses Konzert in der Annakirche: Die Chöre aus Düren, der Chor aus Stetternich, das Dürener Kammerorchester, die Solisten und die beiden Dirigenten boten ein beeindruckendes Konzert. Foto: Bruno Elberfeld

Düren. Die hinteren Bänke in der Annakirche hatte man zur Orgel hingedreht. Das war mit Sicherheit eine schweißtreibende Maßnahme, die die Besucher den Musikern und Sängern recht nahebrachte.

Zum Abschluss des Adventsmarktes boten der gemischte „Chor con spirito“, der „Jugendchor St. Anna und St. Marien“, der gemischte Chor „Chorios“ aus Stetternich, das „Dürener Kammerorchester“ sowie die Solisten Daniela Bosenius (Sopran) und Albert Müller (Bariton) Beachtliches. Die Leitung des Konzerts lag in den Händen von Hans-Josef Loevenich und Christian Werres.

„Mass of the Children“, komponiert von John Rutter, ist eine gelungene Verbindung zwischen Erwachsenen- sowie Kinder- und Jugendchören. Rutter wollte eine Messe schreiben, die die verschiedenen Sichtweisen von jungen und älteren Menschen auf geistliche Texte im Rahmen einer Messe nicht nur berücksichtigen, sondern auch zu einer Einheit verbindet.

Geschickt aufgelockert

Der „Mass of Children“ legte Rutter die lateinischen Texte der „Missa brevis“ zugrunde. Die lateinischen Texte werden geschickt aufgelockert durch Texte in englischer Sprache. Dazu gehörten der „Morgenhymnus“ von Bischof Thomas Ken, geschrieben für Schüler am „Winchester College“.

Wunderbar anzuhören waren auch die Wechsel von verschiedenen englischsprachigen Texten zum „Dona nobis pacem“. Dann ging es wieder zurück zum Abendhymnus der Erwachsenen „Glory to the thee“.

John Rutter und seine Interpreten in der Annakirche schufen dabei eine beeindruckende Verbindung zwischen der ehemaligen Weltsprache Latein mit der aktuellen Weltsprache Englisch.

Im zweiten Teil des Konzerts übernahm dann Christian Werres den Taktstock. Die Notenblätter von John Rutters „Magnificat“ lagen bereits auf den Pulten der Musiker parat. „Magnificat“ ist eine alte Weise, mit der Maria, die Mutter Gottes, verherrlicht wird. Nach den Worten des Evangelisten Lukas besuchte Maria nur wenige Tage, nachdem der Engel ihr die Empfängnis und Geburt Jesu´ verkündet hat, ihre Verwandte Elisabeth. Diese soll daraufhin – vom „Heiligen Geist“ erfüllt – das Loblied (Magnificat) gesungen haben. Viele Komponisten, unter ihnen auch Bach, haben den Text vertont. John Rutter, der fröhliche Feste liebt, hat im Jahr 1990 dem Text eine Chor- und Orchesterfassung gegeben.

Die Sängerinnen, Sänger und auch die Instrumente kamen bei ihrer Interpretation beschwingt daher. Viele Elemente sprachen vom Leben und ließen die Melancholie und auch das Schwermütige außen vor. Rhythmus und Melodien erinnerten zudem an lateinamerikanische Musik und waren ebenfalls tänzerisch beschwingt.

Und wieder, wie bei „Mass of Children“, fügte der Komponist ein englisches Gedicht – diesmal „Of a rose, a lovely rose“ – ein. Es stammt aus dem 15. Jahrhundert und vergleicht Maria, wie auch in vielen Texten auf dem Kontinent, mit einer Rose. „Sancta Maria, succore miseris“ – Heilige Maria, hilf den Bedürftigen ist ein Gebet, das kurz vor dem Weihnachtsfest sehr aktuell ist.

Im Schlussakkord, mit dem „Sicut erat in principio“, das übersetzt „Wie es war im Anfang“ bedeutet“, kehrt John Rutter schließlich wieder zu den einzelnen Themen des Magnificats zurück.

Die Chöre aus Düren sowie der befreundete Chor aus Stetternich, das Dürener Kammerorchester, die Solisten Daniela Bosenius (Sopran) und Albert Müller (Bariton) und natürlich auch die beiden Dirigenten Hans-Josef Loevenich und Christian Werres haben mit diesem Konzert ein großes Projekt in Angriff genommen und es bravourös gemeistert.

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