Düren - Brassband „Blow Your Mind“ erstmals bei den Jazztagen

Brassband „Blow Your Mind“ erstmals bei den Jazztagen

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Trompeter der Dürener Band „Blow Your Mind“: Philipp Broscheid aus Huchem-Stammeln. Foto: Rose

Düren. Philipp Broscheid kommt am Sonntagmittag frisch vom Gottesdienst im Merzenicher Gemeindehaus. Aber nicht, weil er besonders religiös ist, sondern von einem Auftritt. Einmal im Monat spielt der Trompeter aus Huchem-Stammeln während evangelischer Gottesdienste hauptsächlich in Niederzier oder Merzenich mit seinem Vater Klaus, der Musiklehrer an der Realschule Wernersstraße ist.

Vater und Sohn eint die Musik. So ist es nicht verwunderlich, dass der Student (Finanz-Master in London) Philipp Broscheid, 26, nun auf etwas zurückschauen kann, was auch der Vater in der Vita stehen hat: einen Auftritt bei den Dürener Jazztagen. Ein Gespräch mit Carsten Rose über jenen Tag und seine Band „Blow Your Mind“, die er ins Leben gerufen hat.

Es passiert, glaube ich, nicht oft, dass die erste Band eines Abends eine Zugabe spielt. Wie haben Sie Ihr Debüt bei den Jazztagen erlebt?

Philipp Broscheid: Das stimmt schon, ja. Wir wollten nicht von der Bühne, daher haben wir das Publikum ein bisschen angestachelt, eine Zugabe zu fordern. Wir haben aber nicht damit gerechnet, dass wir wirklich eine spielen.

Vor allem ist Ihre Band ja noch recht unbekannt.

Broscheid: Uns gibt es seit August 2016, und es war erst unser dritter Auftritt überhaupt. Wir haben davor auf einer Hochzeit gespielt und mal in Aachen als Vorband. Deswegen waren die Erwartungen schon hoch, denn bei den Jazztagen ist viel Fachpublikum. Ich muss auch zugeben: Wir sind nicht die Probe-Weltmeister. Es ist schwierig, immer sechs Leute, die einen Beruf haben, zusammenzubekommen. Wir proben durchschnittlich einmal im Monat und haben jetzt das erste Mal unser komplettes Programm gespielt.

Wie sind Band und Programm entstanden?

Broscheid: Unser Vorbild ist die New Yorker Brassband „Lucky Chops“, die über Youtube-Videos bekanntgeworden sind. Die Jungs haben in U-Bahn-Stationen bekannte Songs aus den Charts mit ihren Blechblasinstrumenten nachgespielt. Ich habe mir gesagt: Das will ich auch machen, auch genau mit sechs Leuten. Die Konstellation hat sich nach und nach ergeben. Jan Köhler hat von Anfang an gesagt: Wenn eine Band zustande kommt, kaufe ich mir ein Sousaphon (Anm. d. Red: eine große Form der Tuba, die man „umhängt“). Das wollte er schon immer haben – und wann sonst braucht man eins? Die „Lucky Chops“ sind mit der Straßenmusik bekanntgeworden, das könnte ich mir bei uns auch gut vorstellen.

„Blow Your Mind“ kopiert also die „Lucky Chops“?

Broscheid: Ja, wir sind schon ein Abbild. 80 Prozent haben wir übernommen. Es ist aufwendig, Songs ohne bereits bestehende Arrangements zu erarbeiten – und vor der Gründung kannte sich die Band zum Großteil nicht. Für die Jazztage wollten wir aber mindestens zwei Stücke selbst arrangieren. Das House-Medley mit Liedern von Martin Solveig oder Avicii haben wir erstellt. Es ist aber nicht geplant, dass wir mal eigene Songs schreiben. Wichtig ist, dass die Lieder mit den klassischen Instrumenten gut klingen und dass das Publikum die Lieder kennt, unterhalten wird und auch ohne Gesang gerne länger zuhört. Das haben wir auch als Rückmeldung bekommen.

Ihre Band ist also eher der Gute-Laune-Part am Abend?

Broscheid: Ja, definitiv. Wir wollen wild, locker, flockig über die Bühne spazieren – auch mal in kurzer Hose.

Was machen Sie nächstes Jahr Anfang Juni?

Broscheid: Wenn alles klappt, sind wir für die Jazztage 2018 gesetzt. Das hat man uns gesagt.

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