Brandschutz im Rathaus wird verbessert

Von: Norbert Holthoff
Letzte Aktualisierung:
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Augenblicklich werden die Kabel für die Brandschutzanlage verlegt.

Langerwehe. In einem kleinen Pulverfass arbeitet die Gemeindeverwaltung. Zumindest Bedienstete und Besucher in den oberen Etagen könnten unversehens in der Falle sitzen, wenn es unten brennt: Derzeit gibt es nämlich nur ein Treppenhaus als Fluchtweg. Das soll und muss bald besser werden.

Momentan wird eine automatische Brandmeldeanlage eingebaut, wie sie Jörg Seidler von der Firma bft Cognos, die das Rathaus eingehend unter die „Feuerlupe” genommen hatte, vorschlug. Ausgearbeitet ist auch ein Plan, wie das Gebäude im Brandfall am schnellsten geräumt werden kann.

Nicht nur Bauausschussvorsitzender Dieter Zietz staunte: Der Rathausanbau ist gerade Mal 18 Jahre alt. „Sind damals die Brandschutzauflagen nicht beachtet worden”, wollte er wissen. Allgemeines Schulterzucken.

Auf die Spur der Mängel war Seidler gekommen, weil die Gemeinde 2005 das Rathaus für Computer und Rechner neu verkabelte. Dabei wurden Drähte durch Decken und Wände gezogen. Danach blieben Rohre fehlerhaft abgeschottet, stellte sich heraus, dass es weder Brandabschnitte noch Rauchschutztüren, geschweige denn den geforderten zweiten Rettungsweg gibt.

Jörg Seidler listete alle Mängel auf - und legte den Politikern ein kurz- und mittelfristiges Handlungskonzept auf den Tisch, das freilich zunächst das Grünlicht des Kreises Düren brauchte: Schließlich geht die Gemeinde am finanziellen Krückstock und muss sich jede größere Ausgabe aus Düren genehmigen lassen.

Würde der Katalog „in einem Rutsch” verwirklicht, dann wären schätzungsweise über 302.000 Euro fällig. Doch das bleibt ein Traum: Die einzelnen Maßnahmen werden auf zwei bis drei Jahre verteilt - entsprechend der Prioritätenliste.

Zuerst wurden „Brandlasten” umgelagert, Brandmelder eingebaut, Durchbrüche geschlossen und Feuerwehrpläne erstellt. Funktioniert die Brandmeldeanlage, werden im zweiten Schritt an die zehn Türen und Fenster brandschutzsicher gemacht.

Neuer Rettungsweg

Dazu der neue Rettungsweg: eine stählerne Außentreppe an der Rückseite des Gebäudes zwischen Alt- und Neubautrakt. Die allein ist mit rund 80000 Euro veranschlagt, muss aber noch „verschoben” werden Richtung Wehebach, weil man, so Jürgen Reinartz vom Bauamt, aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht durch das Steueramt gehen kann.

Die Zusatztreppe ist nötig, weil das dritte Obergeschoss im Brandfall von der Feuerwehr nur schwer zu erreichen ist: Der Leiterwagen müsste aus Stockheim anrücken. Im Ernstfall könnte der zu spät kommen...

Weiter nötig: eine Fluchtwegbeschilderung, eine Sprechanlage im Windfang beim Pförtner und zu öffnende Fenster im Treppenbereich. Zudem muss überprüft werden, ob die über 25 Jahre alten Aufzugtüren in Sachen Brandschutzabschottung der Norm entsprechen. Und eine komplett neue Schließanlage ist vonnöten.

Bürgermeister Löfgen: „Wir müssen nach der Gesamtschule, der Kulturhalle und der Schlicher Martinusschule jetzt auch das Brandschutzkonzept für das Rathaus ernsthaft angehen, denn es kann nicht sein, dass diejenigen, die sich um die Sicherheit der anderen gekümmert haben und hier täglich arbeiten, bei einem Feuer in der Falle sitzen.”
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