Düren - Botschafterin Annette Schavan zu Gast in Düren

Botschafterin Annette Schavan zu Gast in Düren

Von: km
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Annette Schavan (rechts) vermittelte im Beisein von Staatssekretär Thomas Rachel und Simone Habig von der Konrad-Adenauer-Stiftung interessante Einblicke in den Vatikan. Foto: Kim Statzner

Düren. Wie stellen sich die Fragen unserer Zeit aus einer christlichen Perspektive dar und welchen Weg geht Papst Franziskus? Dies erläuterte Annette Schavan, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl, am Mittwochabend im Bürgerhaus Düren-Ost.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hatte zusammen mit Thomas Rachel zu diesem zweiten Abend aus der Reihe „Kreis Düren im Gespräch“ mit dem Titel „Papst Franziskus und die Kunst des Politischen – Römische Perspektiven“ eingeladen.

Schavan thematisierte die mediale Wirkung und Popularität des Papstes und seine Attraktivität als politischer Gesprächspartner. „Dieser Papst beherrscht die Kunst des Politischen“, betonte die Botschafterin. „Er gewinnt in der heutigen Zeit an Autorität, da er den Respekt vor dem Menschen ganz und gar verkörpert. So gibt er uns einen neuen Blick auf die Art der Verantwortung, die wir tragen.“

Der Vatikan unterhält mit rund 190 Ländern diplomatische Beziehungen und steht damit weltweit auf dem zweiten Platz hinter den USA. Gleichzeitig sei der Heilige Stuhl in der außergewöhnlichen Situation, schon immer mit verschiedenen Kulturen allein in der Glaubensgemeinschaft der Christen, zusammenzuarbeiten, erklärte Schavan. Daraus resultiere ein reicher Erfahrungsschatz in interkultureller Zusammenarbeit.

Sie lobte außerdem Franziskus‘ Besinnung auf die Armen und seine Bereitschaft, Türen zu öffnen und den Dialog zu suchen, sowohl zwischen verschiedenen Glaubensgemeinschaften als auch innerhalb der gespaltenen christlichen Kirche. „In einer Zeit, in der Menschen aus Angst neue Mauern bauen wollen, ist dieser Papst ein Geschenk“, sagte die Botschafterin. „Jede Politik ohne Barmherzigkeit ist eine zynische Politik, davon bin ich überzeugt.“

Schavans Vortrag war von Ausdruckstärke geprägt. Mit interessanten Einblicken, sympathischer Präsentation und Enthusiasmus fesselte sie das Publikum. Zum Abschluss nahmen sie und Thomas Rachel noch auf dem Sofa auf der Bühne Platz, um die Fragen der Zuhörer zu beantworten und zu diskutieren, auch wenn Schavan nicht auf alles eine Antwort geben konnte: „Zu manchen Fragen schweigen Diplomaten in sechs Sprachen.“

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