Boicher Mahnes Theater begeistert das Publikum

Von: Kristina Wollseifen
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Die Scheidungsklage des Ehepaa
Die Scheidungsklage des Ehepaars Huddelmaier könnte den guten Eindruck Boichs kaputt machen. Es muss geschlichtet werden, um die Entstehung von Bad Boich nicht zu gefährden. Foto: Wollseifen

Boich. Zahlreiche Autos säumen die Hauptstraße von Boich. Oder sollte man besser Bad Boich sagen? Denn man glaubt, in Boich eine Mineralquelle entdeckt zu haben - beste Voraussetzungen, um aus dem kleinen Dorf einen berühmten Kurort zu machen, der selbst Bad Wildungen blass erscheinen lassen soll!

Blöd nur, dass das ganze Geschehen nicht der Wahrheit entspricht und nur auf der Bühne des Boicher „Mahnes Theaters” stattfand.

Der Theaterverein aus Boich, der im Februar 2006 gegründet wurde, präsentierte im Bürgerhaus zwei Stücke, die an mehreren Wochenenden hintereinander insgesamt achtmal aufgeführt worden sind. „Auch dieses Jahr gab es wieder eine hohe Kartennachfrage und eine positive Resonanz”, sagte Alfred Büchel, Leiter des Theatervereins. „Wir versuchen immer, zwei total verschiedene Stücke zu nehmen, die unterhaltsam sind und zur Besetzung passen.”

Das erste Stück hieß „Der scheinheilige Jakob” und handelte vom besagten Fund der Mineralquelle in Jakobs Garten. Bürgermeister Gottfried (Heribert Büchel) will seine Tochter Resi (Angela Salentin) mit dem Leiter des chemischen Untersuchungsamtes verheiraten, um Vorteile für die Entstehung des Kurorts zu schaffen. Denn eine Scheidungsklage zwischen den Eheleuten Huddelmaier (Hermann-Josef Schmitz und Sina Kemmerer) könnte den guten Eindruck Boichs kaputt machen.

Doch Resi, deren Emotionen zwischen Liebesglück und Zwangsheirat schwanken, hat ihre ganz eigenen Heiratspläne. Parallel muss sich Amtsdiener Jakob (Alfred Büchel) gegen die Annäherungsversuche von Fräulein Schnittlauch wehren - ob Eisenstange, E 605 oder eine Spinnenattacke da Abhilfe schaffen könnten?

Nicht nur die Schauspieler des ersten Stücks, auch die des zweiten namens „Feldschürejeflüster - odde wat?” spielten ihre Rollen überzeugend.

Für die zweite Aufführung wurde in der Pause das aufwendig und detailnah gestaltete Bühnenbild eines Amtszimmers gegen das eines Feldwegs mit Bäumen und Büschen getauscht. Mittendrin stand eine mit Stroh gefüllte Scheune, die nicht nur als Treffpunkt, sondern auch als Schlafplatz und Kultstätte diente. „Die Feldscheunen haben viel zu erzählen, genau wie die Rollen der Klatschtanten Klara und Rosa”, sagte Darstellerin Cornelia Schmitz. Obwohl der Dorfpolizist Georg (Wilfried Klein) für jede Menge Verwirrung sorgt, so finden doch am Ende alle glücklich zueinander. Auch hier sind Mimik, Gestik und Sprache der Laiendarsteller wieder gut aufeinander abgestimmt. Mit ihren Pointen, die nicht selten auf Wortneuschöpfungen, Mundart und diversen absichtlich eingebauten Grammatik- und Aussprachefehlern beruhen, ernteten die Darsteller viele Lacher und ebenso viel Applaus.

Am Ende jedes Theaterabends muss jedem Besucher klar gewesen sein: Das Boicher „Mahnes Theater” zeichnet sich durch echte Mundart, authentische Charaktere und eine große Portion Herzlichkeit aus.
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