Boelcke-Team wird größter Jet-Verband der Luftwaffe

Von: Jörg Abels
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Bereits seit knapp drei Jahren an der Spitze des Nörvenicher Eurofighter-Geschwaders: Oberst Andreas Hoppe. Foto: Jörg Abels

Nörvenich/Kerpen. Ab Oktober wird der Standort Wittmund dem Nörvenicher Geschwader unterstellt. „Das Boelcke-Geschwader ist wieder da“, machte der Kommodore, Oberst Andreas Hoppe, gestern beim traditionellen Maiempfang deutlich. Und es steht wieder einmal vor „großen Herausforderungen“ – obwohl auch die Umstrukturierung in Nörvenich selbst lange noch nicht abgeschlossen ist.

Von den 31 Eurofightern, über die das Geschwader einmal verfügen soll, sind aktuell erst 22 auf dem Fliegerhorst stationiert. Aber zumindest ist die mit der Einführung des neuen Flugzeugs verbundene Infrastruktur mittlerweile zu rund 90 Prozent fertiggestellt. „Als letztes Großprojekt soll der Bau der neuen Instandsetzungshalle Anfang 2014 abgeschlossen sein“, kündigte Hoppe an.

Derweil läuft die Schulung des Personals, das im Zuge der Umstrukturierung von derzeit 1300 Soldaten und zivilen Beschäftigten noch einmal um rund 25 Prozent auf 900 gesenkt wird, weiter auf Hochtouren. Aktuell sind 60 Prozent des technischen und 50 Prozent des fliegerischen Personals fertig für den Eurofighter ausgebildet. Trotzdem soll die Zahl der Flugstunden in diesem Jahr die Marke von 3000 erreichen.

Zum Vergleich: Zu Tornadozeiten war das Geschwader jährlich bis zu 7000 Stunden in der Luft. Zwei weitere Zahlen in diesem Zusammenhang, die gerade zum karnevalistische Rheinland passen: Im Juni steht in Nörvenich die 4444. Flugstunde seit Eurofighter-Einführung an, am 20. Juni der 55. Geburtstag des Jagdbombergeschwaders, dessen Tage gezählt sind – allerdings nur, was den Namen anbetrifft.

Am 1. Oktober erfolgt die Umbenennung zum „Taktischen Luftwaffengeschwader 31 Boelcke“, dem dann ein zweiter Verband unterstellt wird: das bisherige Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ in Wittmund. Wenn im Norden einmal die geplante Zahl von 20 Eurofightern stationiert ist, wird das Boelcke-Team zum größten Jet-Verband der Luftwaffe, der über zwei Flugplätze verfügt. „Das hat es in der Luftwaffe so noch nicht gegeben“, sprach Hoppe von einer spannenden Zeit.

Bis es soweit ist, wird der Standort Wittmund von Nörvenich aus unterstützt. Aktuell sind sieben Boelcke-Eurofighter in Ostfriesland. Wenn dort die Phantom zum 30. Juni in Rente geht, werden es neun Nörvenicher Flugzeuge sein, die von Wittmund aus als NATO-Alarmrotte den deutschen Flugraum aus sichern.

Dass die Nörvenicher auf diese Aufgabe bestens vorbereitet sind, haben zwei einmonatige Einsätze als Alarmrotte bereits gezeigt. „Darauf bin ich sehr stolz“, betonte Oberst Hoppe, der auch nicht unerwähnt ließ, dass sich trotz laufender Umstrukturierung und neuen Herausforderungen durchweg zehn bis 15 Soldaten des Geschwaders im Auslandseinsatz befinden.

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