Nörvenich - „Boelcke“ sichert bis Januar den baltischen Luftraum

„Boelcke“ sichert bis Januar den baltischen Luftraum

Von: Jörg Abels
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Generalmajor Robert Löwenstein und „Boelcke“-Kommodore Stefan Stefan Kleinheyer (links) verabschiedeten am Montag das Hauptkommando und fünf Eurofighter in Richtung Estland. Foto: Jörg Abels
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Angetreten zum Abschied: Bis Januar wird ein Teil des „Boelcke“-Geschwaders im Auslandseinsatz im Baltikum sein. Foto: Jörg Abels

Nörvenich. Die Piloten der ersten drei von fünf abfliegenden Eurofightern wippten kurz nach dem Start noch einmal mit den Flügeln. Dann hieß es für die Angehörigen des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 „Boelcke“ so langsam aber sicher Abschied zu nehmen von ihren Liebsten. Sie starteten Montagmorgen nach einem familiären Appell von Köln aus zum bislang größten Auslandseinsatz in der Geschichte des Verbandes.

Bis Januar wird das „Boelcke“-Geschwader vom 2000 Kilometer entfernten Ämari in Estland aus im Auftrag der NATO mit fünf Eurofightern und 120 Soldaten den Luftraum in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen überwachen. Dazu kommen noch 40 Soldaten aus anderen Bereichen der Luftwaffe.

Das heißt: Auch Weihnachten und Silvester werden Piloten und Techniker aus Nörvenich im Ausland verbringen, fernab von ihrer Familie. Dass der Abschied mit der einen oder anderen Träne verbunden war, ist daher nachvollziehbar.

Das Vorkommando ist bereits seit der vergangenen Woche in Estland, um die Übernahme der Luftraumüberwachung von den britischen Streitkräften vorzubereiten. 40 Seecontainer mit Material wurden ins Baltikum verschifft, darüber hinaus vier Flugfeldtankwagen zur Versorgung der Eurofighter mit Kerosin.

„Ihre Anwesenheit in Estland ist sichtbares Zeichen des Zusammenhalts im NATO-Bündnisrahmen und ein deutliches Zeichen dafür, dass wir als Bündnispartner die Sorgen der baltischen Staaten ernstnehmen“, rief Generalmajor Robert Löwenstein den Soldaten kurz vor dem Abschied zu. „Mit ihrem Dienst leisten sie in erster Linie einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der baltischen Staaten – und damit auch zur Sicherheit Deutschlands in einem sicheren Europa.“

Das Geschwader hat sich in den vergangenen Wochen intensiv auf die neue Aufgabe vorbereitet, zuletzt unter anderem auch mit Nachtsichtgeräten in den Abendstunden. Diese zusätzliche Belastung für die Bewohner im Umfeld des Fliegerhorstes gehört jetzt der Vergangenheit an. In den kommenden Wochen wird es wieder deutlich ruhiger im Luftraum rund um Nörvenich, da das Geschwader parallel zum Einsatz in Osteuropa auch noch den deutschen Luftraum von Wittmund an der Nordsee aus überwachen muss.

Die Aufgabe in Estland wird der Luftraumüberwachung in Deutschland ähneln. „Allerdings wird ihre Arbeit im Baltikum mit größter Aufmerksamkeit verfolgt werden“, gab „Boelcke“-Kommodore Stefan Kleinheyer seinen Kameraden mit auf den Weg, „von den Medien, der Politik und auch von der baltischen Bevölkerung selbst. Russland wird ebenfalls an ihrer Leistungsfähigkeit interessiert sei. Das werden Sie spüren.“

Kleinheyer selbst reiste nicht mit ins Baltikum. Verantwortlich vor Ort ist der Kommandeur der Fliegenden Gruppe des „Boelcke“-Geschwaders, Oberstleutnant Kai Ohlemacher.

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