Aachen/Düren - Bluttat in WG: Lebensgefährtin mit 30 Messerstichen verletzt

Bluttat in WG: Lebensgefährtin mit 30 Messerstichen verletzt

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen/Düren. Der 53-jährige Beschuldigte wollte am Montag nichts zu den Vorwürfen sagen, er ist seelisch krank und wurde dem Landgericht aus der Essener forensischen Psychiatrie vorgeführt. Er ist vor dem Schwurgericht angeklagt, seine Lebensgefährtin und einen langjährigen Freund mit einem Messer angegriffen zu haben.

Beide überlebten die Attacken. Die Gründe für das blutige Geschehen vom 12. September in einer Wohnanlage an der Dürener Dorfstraße sind bislang unklar. Der 53-jährige Andre D. sagte auch auf Fragen des Vorsitzenden der Kammer, Richter Arno Bormann, nichts dazu. Der Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft den versuchten Totschlag unter dem Einfluss einer Psychose und damit im Zustand verminderter Schuldfähigkeit begangen haben.

Weitere Messer geholt

An jenem Septemberabend soll sich der Beschuldigte zunächst auf seine Lebensgefährtin gestürzt und ihr mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Die sei dann zum langjährigen Freund und Nachbarn des Beschuldigten gelaufen, D. rannte hinterher und stach mit einem kurzen Küchenmesser sofort auf den Freund ein, der zusammensackte.

Danach soll er weitere Messer geholt und sich auf seine Lebensgefährtin gestürzt haben, die am Ende mit rund 30 Messerstichen in die Notaufnahme gebracht wurde.

Der Nachbar klärte am Montag im Zeugenstand darüber auf, dass er selber zwar wieder einigermaßen fit sei – auch er hatte eine Öffnung des Brustkastens zu verkraften gehabt. Doch die Frau liege noch immer auf der Intensivstation, sie komme, anders als das Gericht gehofft hatte, nicht als Zeugin in Betracht.

Unruhig und aggressiv

Warum dieses Desaster in der therapeutischen Wohngemeinschaft – alle werden dort von einem Pflegedienst betreut – passierte, war auch dem Nachbarn (60) nicht klar. In jüngster Zeit habe sich Andre D. immer schnell aufgeregt, im Jahr 2012 hab es allerdings bereits eine Andeutung dessen gegeben, was dann jetzt im September vorgefallen war. Auch da hatte D. unruhig und aggressiv gewirkt und war von seinem gesetzlichen Betreuer im Landeskrankenhaus untergebracht worden.

Das Schwurgericht wird nun voraussichtlich am Freitag, 18. Dezember, entscheiden, ob Andre D. wegen Totschlags zu verurteilen ist oder weiter auf unbestimmte Zeit in der Psychiatrie verbleiben muss.

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