Blutiges Geschehen: Angeklagter entschuldigt sich

Von: nou
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Ein 44-Jähriger ist derzeit vor dem Schwurgericht Aachen angeklagt. Er hatte eine ehemals gute Freundin wie aus dem Nichts heraus auf einem Parkplatz an der Arnoldsweilerstraße attackiert. Symbolfoto: dpa

Aachen/Düren. Bewundernswert stark hat sich am Donnerstag das Opfer einer fast tödlichen Messerattacke im Zeugenstand vor dem Schwurgericht Aachen gezeigt. Dort muss sich der mutmaßlich psychisch kranke Angreifer derzeit in einem Sicherungsverfahren verantworten. Die Tat vom 20. Dezember gestand er. Und er entschuldigte sich bei der Frau.

Die 48-Jährige nahm die Entschuldigung an. Kein böses Wort kam ihr zu dem Beschuldigten über die Lippen. „Es tut mir leid, ihn in dieser Situation zu sehen. Aber ich kann ihm nicht helfen“, sagte sie.

Ihr Leben stand nach der Attacke buchstäblich auf des Messers Schneide. Der ehemals gute Freund ihrer Familie hatte sie wie aus dem Nichts heraus auf einem Parkplatz an der Arnoldsweilerstraße attackiert. Sowohl der Ehemann als auch die beiden Töchter der Frau wurden Zeugen des blutigen Geschehens. Dabei wurde die Frau an Hand und Schläfe verletzt, bevor sich die Messerklinge in ihren Hals bohrte und sich dabei vom Griff löste. Die Klinge zog sich die Frau noch selbst aus dem Hals.

Er habe sich seit einiger Zeit verfolgt gefühlt, sagte der 44 Jahre alte Beschuldigte. Deshalb habe er sich mit dem Messer bewaffnet. Die Frau und ihre Familie kenne er seit vielen Jahren. Vor Gericht beschrieb er eine enge Freundschaft voller Achtung füreinander. Die Frau habe er wie eine Schwester angesehen. Allerdings sei der Kontakt in den vergangenen zwei Jahren deutlich zurückgegangen.

„Bestimmt hat sie mich nicht verfolgt. Aber am 20. Dezember habe ich das geglaubt“, sagte der Beschuldigte als Erklärung für die Tat. Der Ehemann des Opfers glaubte im ersten Moment der Attacke noch an einen schlechten Scherz. „Was willst Du machen?“, erinnerte er sich vor Gericht daran, den Freund gefragt zu haben. Der habe geantwortet: „Ich will Deine Frau schlachten.“

Später habe er noch hinzugefügt, sie habe zweimal seine Tochter umgebracht. Der Beschuldigte ist kinderlos und seit 15 Jahren verwitwet. Sein Verfahren geht am 24. April weiter.

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