Blutige Attacke: Kampf zwischen Ex-Freund und „Neuem“

Von: wos
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gericht mordprozess
Am Donnerstag begann die Verhandlung gegen Julan Z. und Jennifer K. vor dem Aachener Landgericht. Foto: Ralf Roeger
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Am Donnerstag begann die Verhandlung gegen Julan Z. und Jennifer K. vor dem Aachener Landgericht. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Düren. Das blutige Drama auf der Dürener Tivolistraße vom 9. Januar hatte einen Beziehungshintergrund. Der wegen versuchten Mordes vor dem Aachener Schwurgericht angeklagte Julan Z. (23) aus Düren erklärte am Montag, er habe dem fraglichen Morgen eigentlich gar nicht dorthin gewollt. Trotzdem endete der Tag damit, dass er seinem Opfer einen Schraubenzieher in den Hals rammte. Julan Z. sprach von Notwehr.

Trotz seines angeblichen Widerwillens hatte er sich zusammen mit seiner Freundin Jennifer K. (29) nach einer durchkifften und durchzechten Nacht in ihren Opel-Corsa gesetzt; sie fuhren los in Richtung Tivolistraße. Hintergrund war ein eher pubertär anmutendes Gerangel um die 29-jährige Mitangeklagte. Sie wurde nach ihren eigenen Aussagen vor der Kammer unter Vorsitz von Richterin Hildegard Tag regelmäßig von einem Ex-Liebhaber des Jahres 2013 „gestalkt“.

Das spätere Opfer – der 32-Jährige überlebte die Stiche mit dem Schraubenzieher in seinen Hals – habe sie nach dem Schluss der Beziehung Ende 2013 immer wieder belästigt. Dies so schlimm, dass sie eine Abstandsverfügung gegen ihn erwirken musste. Am Vorabend des 9. Januar nun hätten sie und ein anderes Paar bei Julan Z. zu Hause in Düren gefeiert. Irgendwann in der Nacht dann habe man über Neujahrsgrüße per SMS gesprochen.

Jennifer K. habe ihrer Freundin eine SMS gezeigt, deren Nummer sie nicht in ihrem Handyverzeichnis hatte. Die Freundin kannte die Nummer jedoch und stellte als Absender den unerwünschten Verflossenen von Jennifer K. fest. Die beiden Frauen empörten sich, Jennifer K. brachte ihre Freundin dazu, stellvertretend den Ex zu ermahnen, er solle das künftig unterlassen.

Das Besucherpärchen wechselte dann in der Nacht zu Freunden in der Tivolistraße, feierte dort weiter. Und dorthin hatte sich dann auch gegen Morgen der „Ehemalige“ von Jennifer K. begeben – und forderte laut auf der Straße, er wolle sich jetzt mit dem Neuen von Jennifer K. auseinandersetzen. Die Freunde aus der Tivolistraße informierten Julan Z, er solle die Sache bereinigen.

Z. und Jennifer K. fuhren noch am frühen Morgen los. In der Tivolistraße angekommen, habe sich dann der eifersüchtige Ex sofort auf Julan Z. mit den Worten gestürzt „Ach, du bist der Neue!“ und habe umgehend mit einem Faustkampf begonnen. „Ich lag am Boden und wusste mich nicht mehr zu wehren“, sagte Z. am Montag und gestand, aus dem Auto den Schraubenzieher genommen und dreimal zugestochen zu haben.

Der Prozess geht am Freitag, 29. Juli, weiter.

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