Blitz-Marathon: 22-Jährige zum zweiten Mal in der Probezeit erwischt

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Mit den verstärkten Kontrollen will die Polizei Raserei unterbinden und damit die Zahl schwerer Verkehrsunfälle senken. Foto: Jörg Abels

Kreis Düren. Dienstagvormittag, L 271, am Ortsausgang Düren Richtung Binsfeld: Es blitzt. Einmal, zweimal, ein drittes Mal. Autofahrer tappen in der Tempo-70-Zone in beiden Fahrtrichtungen in die Radarkontrolle der Polizei – obwohl der vierte landesweite Blitzmarathon auch diesmal wieder im Vorfeld angekündigt worden war.

Polizeioberrat Wolfgang Heimbach, Leiter der Direktion Verkehr der Dürener Polizei, verweist angesichts der zunehmend auch kritischen Stimmen auf eine durchweg hohe Akzeptanz bei den Autofahrern im Kreis.

Im Rahmen einer von NRW-Innenminister Ralf Jäger in Auftrag gegebenen Studie wurden gerade erst auch im Raum Düren 500 Autofahrer am Rande von Messstellen befragt. „Fahrer, die explizit nicht geblitzt wurden“, erklärt Heimbach. Sie hätten überwiegend positiv auf die verstärkten Tempokontrollen im Rahmen der Kampagne „Brems Dich – rette Leben“ seit Ende 2011 reagiert, viele sogar noch stärkere Präsenz vor Kindergärten und Schulen gefordert, nur wenig von Abzocke gesprochen. Interessant dabei: „Ein Drittel der von Studenten befragten Autofahrer war selbst in den Wochen zuvor geblitzt worden“, erklärt Heimbach.

Dass die verstärkte Präsenz ihre Wirkung nicht verfehlt, macht Heimbach am Beispiel der Motorradfahrer in der Eifel fest. „Unter ihnen hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass wir mit dem Provida-Krad immer wieder vor Ort sind.“ Dies sei sicher ein Grund, dass es dort 2012 keinen tödlichen Motorradunfall mehr gegeben habe.

Insgesamt jedoch ist die Zahl der Unfälle im Kreis Düren, die auf zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen ist, im vergangenen Jahr um 5,8 Prozent auf nunmehr 293 gestiegen. Allein das ist aus Sicht der Polizei Grund genug, die verstärkten Kontrollen fortzusetzen.

Heimbach verweist darauf, dass sich geblitzte Autofahrer in der Regel rund drei Monate lang an die Tempolimits halten. Bei einer 22-jährigen Fahranfängerin war es mit der Nachhaltigkeit jedoch weniger gut bestellt. Sie wurde am Dienstagmorgen an der K 2 in Richtung Arnoldsweiler zum zweiten Mal während ihrer Probezeit ertappt. Ihre 79 km/h in der Tempo-50-Zone bedeuten nicht nur Nachschulung, 80 Euro Bußgeld und drei Punkte, sondern auch Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre. Beim nächsten Tempoverstoß ist sie den Führerschein mit einer dreimonatigen Sperrfrist los.

In einer ersten Zwischenbilanz des Blitzmarathons sprach die Dürener Polizei am Dienstag von 94 Tempoverstößen bei über 3000 gemessenen Fahrzeugen. „Rekordhalter“ war ein 27-jähriger Nörvenicher, der außerorts 38 km/ h zu schnell unterwegs war. Bis Mittwoch, 6 Uhr, sind Polizei, Kreis und Stadt Düren an über 60 Messstellen im Kreisgebiet im Einsatz.

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