Düren - Blindenhund „Esperanto” kann Unfall nicht verhindern

Blindenhund „Esperanto” kann Unfall nicht verhindern

Von: -hp.
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Düren. Der Unfall bewegte die Gemüter. Im Dezember 2007 wurde morgens gegen 5.40 Uhr ein damals 34 Jahre alter Mann an der Nideggener Straße in Höhe der Kuhbrücke angefahren und schwer verletzt.

Bei dem Unfallopfer handelt es sich um einen Blinden, der in Begleitung seines Führhundes „Esperanto” auf dem Weg vom Berufsförderungswerk Düren, in dem der Mann während einer Integrationsmaßnahme wohnte, zu einer Praktikantenstelle in Aachen war. Der Unfall passierte auf dem Weg zur Haltestelle der Rurtalbahn.

Am Donnerstag stand der 50-jährige Autofahrer, der den Blinden samt Hund angefahren hatte, vor Gericht, angeklagt wegen fahrlässiger Körperverletzung. Sehr schnell stellte sich jedoch heraus, dass dieser Vorwurf sich nicht aufrecht erhalten ließ. Klarheit brachte ein Sachverständiger in die Angelegenheit.

Er unterstrich zunächst, dass der Autofahrer seine Fahrgeschwindigkeit den damals herrschenden Verkehrsverhältnisse angepasst habe. Seine Berechnungen hätten ergeben, dass der Pkw zur Unfallzeit etwa 50 km/h schnell war, obwohl dort 70 km/h erlaubt seien. Dennoch habe der Fahrer den blinden Fußgänger gar nicht rechtzeitig erkennen können.

So sei die dortige Fußgängerfurt schlecht ausgeleuchtet. Unverständlich sei zudem, dass damals die dortige Ampel offenbar nachts außer Betrieb gewesen sei, obwohl an dieser Stelle häufig Besucher des Berufsförderungswerkes die Straße überqueren müssen, wenn sie von der Rurtalbahn kämen oder dorthin wollen.

Es ließ sich übrigens nicht mehr genau feststellen, ob der Fußgänger in Höhe des Überwegs angefahren worden war oder ein Stück davor. Der verunglückte Fußgänger hatte erklärt, sein Hund - auch dieser hat seine Blessuren überlebt und war im Gerichtssaal treu im Dienste seines Herrchens - habe beim Überqueren der Straße „noch blockieren” wollen, da aber sei der Unfall schon passiert.

Richterin Sabine Bleser sprach den Autofahrer frei und folgte damit den Plädoyers des Amtsanwaltes und des Verteidigers. Wie zu erfahren war, ist besagte Ampel inzwischen auch nachts in Betrieb.
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