Düren - Blindenfußball in Düren: Kicker hören auf die Rassel im Ball

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Blindenfußball in Düren: Kicker hören auf die Rassel im Ball

Von: Fred Schröder
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Damit niemand etwas sieht: Seh
Damit niemand etwas sieht: Sehbehinderte tragen Augenbinden, damit der Blindenfußball tatsächlich Blindenfußball ist. Foto: Schröder

Düren. Nein, das ist kein Sport für Chorknaben. Kämpferisch und hart Mann gegen Mann kann Blindenfußball sein. Diesen Eindruck gewannen die wenigen Zuschauer, die am Samstag auf dem Gelände des Berufsförderungswerkes Zeugen der Einweihung des Kunstrasenplatzes und des ersten internationalen Blinden-Fußballturniers in der Kreisstadt wurden.

„Wir wünschen uns, dass dieser Platz noch viele Spiele, Sportveranstaltungen und Lehrgänge erleben wird”, drückte Dr. Hans-Joachim Zeißig die Hoffnung aus, dass sich die 130.000-Euro-Investition künftig als gute Investition erweisen wird. „Wir würden uns freuen, wenn wir hier auch einmal ein Spiel der deutschen Blindenfußball-Nationalmannschaft ausrichten könnten”.

Mit Michael Wahl vom PSV Köln stand bereits zur Eröffnung ein Nationalspieler auf dem Platz. Neben ihm begrüßte Dr. Hans-Joachim Zeißig bei einem Festabend die sehbehinderte Judo-Paralympic-Medaillengewinnerin Astrid Arndt sowie den Geschäftsführer des Forschungsinstituts für Inklusion durch Bewegung und Sport, Dr. Volker Anneken. Der Dank des Bfw-Geschäftsführers galt darüber hinaus insbesondere den Sponsoren, ohne deren finanzielle Unterstützung die 130.000-Euro-Sportanlage nicht hätte erstellt werden können.

Den ersten Anstoß führte Christoph Granrath aus. Der 2. Vorsitzende des RBSSV Düren und im Berufsförderungswerk Düren unter anderem als Koordinator für das Sportangebot zuständig, hatte mit seinem Team die Veranstaltung organisiert. „Dieses Wetter ist nun wirklich nicht verdient”, äußerten sich mitleidig die wenigen Zuschauer.

Wer gekommen war, erhielt einen Einblick, mit welchem Einsatz die Akteure zu Werke gingen. Harte Zweikämpfe an den Banden, teilweise verblüffende Spielzüge und größtenteils unbeabsichtigte Zusammenstöße der Spieler ließen keine Langeweile aufkommen. Interessant, mit welchen Hilfen die Blinden Fußball spielen. Die Rassel im Ball gibt akustisch dessen Position an.

Der angreifende Spieler muss sich mit dem Ruf „Voi” ankündigen. „No Voi” entschieden die Schiedsrichter auf Freistoß, wenn diese Grundregel missachtet wurde. Und beim „Elfmeter” geben die Betreuer Hilfestellung: Sie klopfen an die Torpfosten, damit der Schütze weiß, wo rechts und links ist. Nicht wenige Spieler orientieren sich vor Spielbeginn über den Platz. Sie laufen an der Hand des Betreuers die Maße des Platzes ab und prägen sich ein, wo die Tore stehen.

Die ausländischen Mannschaften aus Brünn (Tschechien) und Saint Mandrè (Frankreich) demonstrierten, dass in ihren Heimatländern der Blindenfußball qualitativ schon weiter ist. Auch die Spieler vom RBSSV Düren mussten im Einlagespiel gegen die Blindsoccer Essen mit einer Niederlage Lehrgeld zahlen. Das Turnier gewann die Mannschaft aus Köln durch 1:0 im Penalty-Schießen gegen die Franzosen.
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