Düren - Blair Bann im Interview: „Mannschaftsgeist ist entscheidend“

Blair Bann im Interview: „Mannschaftsgeist ist entscheidend“

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Organisator und Kommunikator: Libero Blair Bann (rechts, hier im Bild mit Tomi Rumpunen) ist der kleinste Spieler im Team und hat trotzdem eine sehr wichtige Rolle innerhalb der Mannschaft. Foto: Guido Jansen

Düren. Er ist mit Abstand der Kleinste im Team der SWD Powervolleys – und das mit einer Körpergröße von immerhin 1,83 Meter. Trotzdem trägt er die Rückennummer eins und hat eine wichtige Rolle innerhalb der Mannschaft: Libero Blair Bann.

Im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Sandra Kinkel spricht der 29-jährige Kanadier über seinen Platz im Team, seine Liebe zum Volleyball und die Play-off-Halbfinalbegegnungen gegen den VfB Friedrichshafen.

Wie sind Sie zum Volleyball gekommen?

Blair Bann: Ich habe mit zwölf Jahren in der Schule angefangen, mit 16 bin ich zum ersten Mal in einen Verein gegangen. Später habe ich dann im Universitätsteam gespielt.

Ist Volleyball in Kanada sehr populär?

Bann: Ich denke, die Popularität ist vergleichbar mit der in Deutschland, wobei es in Kanada keine professionelle Liga gibt. Das war aber auch nicht der Grund, warum ich Volleyball spiele. Mir ist es wichtig, dass der Mannschaftsgeist bei dieser Sportart Volleyball so eine große Rolle spielt. Darüber hinaus mag ich es, dass Volleyball so eine technische Sportart ist. Als Spieler kann man immer noch dazulernen, man ist nie fertig.

Warum sind Sie Libero – nur wegen Ihrer Körpergröße von 1,83 Meter?

Bann: Bevor ich an die Universität gekommen bin, war ich Zuspieler. Und als Kind und Jugendlicher haben wir sowieso alle Positionen gespielt. Aber natürlich haben Sie recht: Meine Körpergröße wird eine Rolle gespielt haben, als mein Universitätstrainer mich zum Libero gemacht hat.

Was muss ein guter Libero können?

Bann: Annahme und Verteidigung gehören zu den wichtigsten Aufgaben des Liberos. Das ist aber ja auch offensichtlich. Darüber hinaus muss ein guter Libero ein perfekter Organisator sein und jemand, der gerne kommuniziert. Ich habe schon immer gesagt, dass der Mannschaftsgeist beim Volleyball sehr wichtig ist. Die Mannschaft muss funktionieren. Klappt das einmal nicht so gut, muss einer da sein, der die Fäden zusammenhält.

Spielt Ihre Größe in irgendeiner Form bei den Kollegen eine Rolle?

Bann: Eigentlich nicht. Natürlich werden regelmäßig Witze darüber gemacht, dass ich der Kleinste bin. Und wenn ich Leute treffe, die mich nur vom Spielfeld kenne, wundern die sich, dass ich im richtigen Leben überhaupt kein Zwerg, sondern über 1,80 Meter groß bin. Meine Mannschaftskollegen sind aber alle mindestens zehn Zentimeter größer als ich. Deswegen denken die Zuschauer in der Arena, dass ich richtig klein bin.

In Deutschland gibt es eine Redewendung, die heißt, dass kleine Männer besonders frech sind.

Bann: Die gibt es in Kanada auch. Bei uns heißt das: „Kleine Leute sind so aggressiv wie Chihuahuas und bellen immer am lautesten.

Und – sind Sie auch ein Chihuahua?

Bann (lacht): Ich denke nicht. Ich mache gerne Scherze und lustige Sachen, auch während des Trainings. Es ist wichtig, dass innerhalb der Mannschaft eine gute Stimmung herrscht. Deswegen organisiere ich manchmal auch private Treffen und solche Sachen.

Wie sind Sie zur Rückennummer eins gekommen? Haben Sie sich die selbst ausgesucht?

Bann: Ja, aber es ist in der Tat so, dass sehr häufig die Liberos die Nummer eins tragen. Warum das so ist, weiß ich gar nicht genau. Aber die Rückennummer spielt für mich keine besonders große Rolle. In der Nationalmannschaft habe ich die Nummer 19, wenn wir uns zum Fußballspielen treffen, eigentlich immer die Elf.

Liberos sind eigentlich nie Helden auf dem Spielfeld. Sie schlagen nie auf, gehören nicht zum Block. Stört Sie das?

Bann: Naja, es ist ja nicht so, dass Liberos überhaupt keine Punkte machen. Mir ist es wichtig, dass möglichst viele Fans zu den Spielen kommen und einen coolen Abend haben. Ich habe ja schon gesagt, dass der Teamgedanke für mich entscheidend ist. Wir müssen das Spiel gewinnen. Da ist es am Ende doch völlig egal, wer den Punkt macht, oder wer der Held ist.

Wie schätzen Sie die Chancen der Powervolleys im Halbfinale gegen Friedrichshafen ein?

Bann: Ziemlich gut. In den Play-offs kann alles passieren. Wir sind die einzige Mannschaft, die Friedrichshafen in dieser Saison besiegt hat. Ich glaube, die haben mehr Angst vor uns als wir vor denen.

Ihr Trainer Tommi Tiilikainen sagt immer, sein Ziel sei es, bereit fürs Finale zu sein. Ist das Team bereit?

Bann: Im Augenblick sind wir bereit fürs Halbfinale. Das Training läuft sehr gut. Wenn wir unsere Leistung abrufen können, ist alles möglich – auch am Sonntag in Friedrichshafen. Und in der Arena ja sowieso.

Trotz der unangenehm zu spielenden Halle am Bodensee?

Bann: Ach, das ist eine Ausrede. Die lasse ich nicht gelten. Wir Spieler sind verantwortlich für den Sieg – und eben auch für die Niederlage.

Wie geht das Halbfinale aus?

Bann: Das weiß ich nicht. Und ich möchte mich auch nicht festlegen. Aber wenn wir einen guten Tag haben, können wir sehr erfolgreich sein.

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