Bis zu 25 Prozent Ertragseinbußen bei der Getreideernte

Von: Jörg Abels
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Bei der Getreideernte mussten die Landwirte im Kreis Düren in den vergangenen Wochen deutliche Einbußen hinnehmen. Foto: dpa

Kreis Düren. Die Sonne der vergangenen Tage haben die Landwirte im Kreis Düren genutzt. Endlich konnten sie die Getreideernte einholen. Aber das, was die Mähdrescher auf die Anhänger luden, hat nicht unbedingt für Freudentränen gesorgt.

Mussten die Landwirte im Kreis Düren schon bei der Wintergerste aufgrund der hohen Niederschlagsmengen und fehelenden Sonne im Mai und Juni Ertragseinbußen von 15 bis 20 Prozent hinnehmen, so sieht es beim Weizen noch schlechter aus, erklärt Erich Gussen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft.

Er geht je nach Lage der Weizenfelder von einem Ertragsverlust von bis zu 25 Prozent aus. „Die Pflanzen sind ja eine Art Solarkraftwerk“, erklärt Gussen, das in diesem Sommer nie richtig in Gang gekommen sei. Entsprechend gering sei die Masse der Körner.

Aber nicht nur das. Auch die Getreidequalität hat im Sommer 2016 gelitten. Dort, wo zwei, drei Tage am Stück beständig Regen auf die Weizenfelder nieselte, begann das Korn am Halm entweder zu keimen oder es setzte Pilzbefall ein. Beides sorgt dafür, dass der Weizen keine Brotqualität mehr hat und nur noch als Futter verkauft werden kann – natürlich mit weiteren Einbußen für den Landwirt.

Auch beim Raps kein anderes Bild: Selbst hier bleiben die Erträge deutlich unter dem Vorjahresniveau zurück. Gussen geht auch hier von einem Minus von bis zu 25 Prozent aus. „Weder die Masse noch der Ölgehalt überzeugen“, erklärt er.

Dass nun aber der geringere Ernteertrag und die nicht immer optimale Qualität für steigende Preise sorgen würden, sei ein Trugschluss, erklärt Gussen. Bedingt durch die weltweit hohen Ernteerwartungen vor allem in den USA und in Russland ist der Getreidepreis im Keller. Daran können auch die schlechten Ernten in Deutschland und Frankreich nichts ändern.

„Die Erlöse sind in diesem Jahr einfach nicht mehr kostendeckend“, betont Gussen angesichts von Preisen von gerade einmal zwölf Euro für 100 Kilogramm Gerste und vielleicht 15 bis 16 Euro für die gleiche Menge Weizen.

Und dort, wo das geerntete Korn auch noch zu feucht war, mussten die Landwirte bei der Anlieferung im Silo weitere Abschläge für die notwendige Trocknung hinnehmen. Alles in allem: „Die Ernte hat in diesem Jahr wahrlich keinen Spaß gemacht“, räumt Gussen ein.

„Die Stimmung unter den Kollegen ist nicht gut“, betont der Kreisbauernvorsitzende, zumal ja auch der Milchpreis seit Monaten keine kostendeckende Produktion erlaubt. „Und das hat Konsequenzen auch für nachgelagerte Bereiche“, erklärt Erich Gussen, beispielsweise den Landmaschinenhandel. Kostenträchtige Investitionen in einen neuen Fuhrpark werden derzeit oft zurückstellt.

Ob die Mais- und Zuckerrübenernte die Stimmung noch einmal leicht aufhellen kann, ist noch unklar. „Auch diese Pflanzen sind Kraftwerke.“ Will heißen: Auch sie sind von der Sonne abhängig. Zumindest bei der Zuckerrübe lassen jüngste Proberodungen aus dieser Woche aber hoffen. 

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