Birkesdorf - Birkesdorfer Paar hilft Kindern in der ehemaligen Sowjetunion

Birkesdorfer Paar hilft Kindern in der ehemaligen Sowjetunion

Von: Jörg Abels
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Mit viel Herzblut stellen Helm
Mit viel Herzblut stellen Helmut und Ursula Bach die Pakete für die Kinder in den GUS-Staaten zusammen. Foto: Abels

Birkesdorf. Spielzeug stapelt sich im Arbeitszimmer von Helmut Bach und seiner Ehefrau Ursula. Schokoladentafeln warten „Im Weidenpesch 78a” ebenso auf die Verpackung wie Plüschtiere, Kleidungsstücke und so manches mehr, was benachteiligten Kindern und Jugendlichen in den Ländern der „Gemeinschaft Unabhängiger Staaten” (GUS) zum Weihnachtsfest eine kleine Freude bereiten oder den Alltag in den eisigen Wintermonaten ein wenig erleichtern kann.

Die Bachs packen das ganze Jahr über Pakete für Kinder in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion; seit mehr als zehn Jahren. „Gerade erst wurden 240 Pakete abgeholt”, berichtet der 79-jährige ehemalige Pfarrer. Doch die Weihnachtsaktion ist etwas ganz besonderes.

Mit weiteren Familien in ganz Deutschland haben die Bachs allein im vergangenen Jahr über 5700 Pakete gepackt, die vom Missionswerk „Friedensbote” in Meinerzhagen abgeholt, transportiert und vor Ort verteilt wurden. Dass der missionarische Aspekt bei der Aktion eine Rolle spielt, wollen Helmut und Ursula Bach nicht verhehlen. Aber das Bekenntnis zum Christentum ist kein Muss, um in den Genuss der Hilfe zu kommen.

Und die Mission ist beileibe nicht der einzige Antrieb der Eheleute Bach. Es sind Bilder wie die von verarmten Straßenkindern, die aus Heizkanälen klettern, in den sie sich aufwärmen, die den Pensionären nicht mehr aus dem Kopf gehen und die Paketaktion längst zur Lebensaufgabe haben werden lassen. „Wenn man das Elend der Kinder einmal selbst gesehen hat, wird man die Erinnerung nicht mehr los”, betont Bach.

Von Bekannten aus dem Rhein-Erft-Kreis - die Bachs wohnten bis Anfang 2011 in Kerpen-Sindorf -, aber auch von Freunden aus ganz Deutschland und mehr und mehr auch aus dem Kreis Düren wird das Ehepaar unterstützt. „Gerade erst hat ein Bekannter im Internet 500 Zahnbürsten aus der Quelle-Insolvenz zum Stückpreis von sieben Cent ersteigert”, freut sich Helmut Bach. Manchmal werden auch Hilfsgüter anonym vor die Tür des Bachschen Anwesens gelegt, berichtet seine Frau. Und umgehend verpackt. Zwischen Haus und Garage hat das Ehepaar ein Zelt errichtet, in dem die Kartons zwischengelagert werden.

Gut erhaltene Kinderkleidung, sauber versteht sich, ist den Bachs genauso willkommen wie Kleinspielzeug und Süßigkeiten. „Auch Wolle können wir gebrauchen”, berichtet Ursula Bach von Bekannten, die gerne zur Nadel greifen, um Socken, Handschuhe oder Pullover zu stricken. „Wir freuen uns über jede Hilfe.” Auch finanziell. Allerdings können die Bachs mit ihrer Privatinitiative keine Spendenquittungen ausstellen.

Bis zum 15. November läuft die Aktion. Dann werden die Pakete in Birkesdorf abgeholt und gen Osten transportiert. Wohin die Reise geht, entscheidet das Missionswerk. „Geholfen wird von Estland bis Tadschikistan”, erzählt Ursula Bach. „Das Elend ist vielerorts groß.” Und damit die Kinder und Jugendlichen gleich in den Besitz eines für sie geeigneten Pakets kommen, kleben die Bachs kleine Bilder von Jungs und Mädchen mit Altersangabe auf die Pakete. „Was dann noch nicht gefällt oder passt, wird untereinander getauscht.”
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