Birgeler lehnen den Bus der Sparkasse ab

Von: Fred Schröder
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„Wir kommen einfach zu Ihnen“: Wollen die Birgeler aber nicht. Sie wollen ihr Sparkassenhäuschen behalten, wie die Vorstände Uwe Willner und Udo Zimmermann in einer Bürgerversammlung in dem Dürener Stadtteil feststellen mussten. Foto: Fred Schröder

Birgel. Da hilft offenbar nichts: Weder die Jungfernfahrt und Präsentration der neuen fahrbaren Geschäftsstelle der Sparkasse, weder das Angebot der Dienste des Dialog-Centers und eines „Kümmerers“ noch der Hinweis auf die 2,2 oder 3,2 Kilometer entfernt liegenden Geschäftsstellen in Rölsdorf und Lendersdorf konnten die Teilnehmer der Bürgerversammlung umstimmen.

„Das Gewohnte will ich nicht aufgeben“, fasste Diskussionsleiterin Ingrid Geistler die Stimmung zusammen. Heißt im Klartext: Die Birgeler wollen ihr Selbstbedienungssparkassen-Häuschen nicht aufgeben.

„Der Bus bleibt hier nicht stehen, aber unser Sparkassen-Häuschen schon“, sagte die Sprecherin der „Initiative Findus“ bereits in der Begrüßung, „denn an dem Häuschen hängen wir.“ Zwar respektierte die Versammlung die Bereitschaft des Sparkassen-Vorstandes mit dem Vorsitzenden Uwe Willner und Vertreter Udo Zimmermann, dessen Standpunkt darzulegen, folgen konnten (oder wollten) sie dem aber nicht. Immer wieder war zu hören, dass die Sparkasse Düren finanziell gut dastehe und auch viele Aktivitäten lobenswert unterstütze, „aber bei 1,6 Millionen Spenden haben wir kein Verständnis, dass die Kosten für unser Häuschen nicht zu tragen sind“, hieß es immer wieder.

Der Sparkassen-Vorstand machte deutlich, dass das „Konzept 2025“ auf eine langfristige Sicherung des Finanzdienstleisters abzielt. Dazu gehört ein ausreichendes Eigenkapital. Mutmaßung um eventuelle Fusionen wiesen die Sparkassen-Vorstände entschieden zurück, bestätigten aber einen Abbau von um die zehn Prozent des Personals. „Das Kundenverhalten hat sich geändert“, stellte Udo Zimmermann fest und sprach davon, „dass in Birgel die Zahlen von Jahr zu Jahr rückläufig sind“.

Um den Automatenstandort wirtschaftlich zu führen, seien 50.000 Bewegungen jährlich erforderlich. „Tatsächlich liegen sie aber weit unter den in Gesprächen genannten 30.000“, sagte Zimmermann. Als Alternative für Birgel bot Zimmermann neben der fahrbaren Geschäftsstelle, die an zwei Tagen den Stadtteil ansteuern soll, die Dienste des Dialog-Centers einschließlich eines Bringdienstes an und sprach auch von „Kümmerern“, die sich im Besonderen um ältere Sparkassen-Kunden bemühen sollen.

Viel Verständnis konnten die Sparkassen-Vorstände nicht gewinnen. „Die älteren Leute haben sie groß gemacht; die lassen Sie jetzt im Stich“, lautete der Vorwurf einer Diskussionsteilnehmerin, die aber auch weiter dachte: „Im Moment ist der Abbau zu früh.“

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