Biogasanlage lässt Anwohner nicht kalt

Von: sj
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Kleinhau. Darauf hatten die Bürger gewartet: Erstmals wurden konkrete Pläne der Biogasanlage vorgestellt.

Am Montagabend präsentierten Ingenieurbüro und Stadtplanungsbüro die Pläne zur Errichtung einer Anlage bei der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses der Gemeinde. Zahlreiche Bürger und Anwohner hatten sich eingefunden, um der Sitzung beizuwohnen und anschließend ihre Fragen zu stellen.

Entstehen soll die Anlage auf einer gerodeten Waldfläche - eingegrenzt von Bauhof und den Verbrauchermärkten an der Landstraße 11. Erschlossen wird das Grundstück über eine neue Straße, die von der L11 abzweigt. „Wir sind in einem sehr frühen Stadium”, sagte Ingenieur Jürgen Neuß vom Aachener Büro „Berg und Partner”. Zwischen Osterferien und Sommerferien soll die öffentliche Auslage stattfinden.

Das in der Anlage gewonnene Gas (etwa 1,7 Millionen Kubikmeter) soll später verstromt und ins Netz eingespeist werden. Mit der beim Verbrennungsprozess entstehenden Wärme können Rathaus, Schulzentrum und Turnhalle geheizt werden. Auch eine Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe, die Strom und Wärme abnehmen, sei wünschenswert.

Zum Betrieb seien etwa 5000 Tonnen Rindergülle und 9000 Tonnen Mais notwendig. Die Anlieferung des Mais benötige etwa 600 Fahrten zur Erntezeit. Alle zwei Wochen müssen etwa 190 Tonnen Gülle angeliefert werden - wie der Mais in durchschnittlichen Ladungen à 15 Tonnen. Hinzukommen Fahrten, um etwa 12.000 Tonen Gärsubstrat auszubringen. Die Gülle-Fahrten seien jedoch keine zusätzlichen Transporte, führte Neuß aus. Anlieferer sind Bauern, die bereits heute durch Kleinhau fahren, um Gülle auszubringen.

Anwohner äußerten am Montag Kritik am Standort der Anlage. Sie gehen zudem von einer erheblichen Beeinträchtigung durch den An- und Abtransport von Mais und Gülle aus. Auch wurden Nutzen und ökologische Sinnhaftigkeit in Frage gestellt.

„Eine Biogasanlage ist eine technische Anlage, die mit explosiven Stoffen arbeitet”, ging Jürgen Neuß auf die Frage der Betriebssicherheit ein. Es sei nicht „wegzudiskutieren”, dass es zu Verpuffungen kommen könnte. Über den Rand des Betriebsgeländes hinaus bestehe aber im „unwahrscheinlichen Fall” einer Explosion keine Gefährdung. Das Risiko eines Lecks im Gärkreislauf liege im Promillebereich. Zudem müsse die Anlage so konzipiert werden, dass auslaufende Silagen nicht das Gelände verlassen können.

Entscheidung im Rat

Der Standort sei nur schwer zu verlagern, da er „an den Grenzen der allgemeinen Siedlungsraumes knabbert”. Will heißen: Nur innerhalb dieser Grenze kann die Gemeinde eigenständig planen. Zudem sei es vorteilhaft, die Anlage in Nähe der Wärme-Abnehmer zu wissen.

Sollte der Rat am Donnerstag den weiteren Planungen grünes Licht geben, werden im Rahmen der Bauleitplanung alle Punkte wie Geruchs- und Lärmbelästigung und Verkehrsaufkommen und von Gutachtern unter die Lupe genommen. Das Interesse der Bürger an allen weiteren Schritten dürfte ungebrochen groß bleiben.
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