Kleinhau - Biogasanlage in Kleinhau: Bürger fühlen sich „überfahren”

Biogasanlage in Kleinhau: Bürger fühlen sich „überfahren”

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:

Kleinhau. Gegen die Planung einer Biogasanlage regt sich Widerstand. „Wir fühlen uns überfahren”, kritisiert Rainer Pongs von der jüngst ins Leben gerufenen Bürgerinitiative „Biogansanlage - wann - wie - wo - warum?” in einem offenen Brief an den Bürgermeister und alle Ratsfraktionen.

Grundsätzlich spreche sich die Bürgerinitiative für die Nutzung regenerativer Energien aus, Priorität hätten aber Energieeinsparung und die Steigerung der Energieeffizienz. Beim konkreten Projekt in Kleinhau habe es der Rat der Gemeinde „geflissentlich unterlassen”, die Bürger ausreichend zu informieren. Es gebe noch viele offene Fragen rund um die Themen Naturschutz, Landschaftspflege, Unbedenklichkeit und Sinnhaftigkeit einer Anlage.

Fragen für die Fragestunde gibts zuhauf

Antworten erhofft sich die Bürgerinitiative am Freitagabend in der Sondersitzung des Rates ab 18 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die Gründung einer gemeindeeigenen Gesellschaft zur Aufnahme einer wirtschaftlichen Tätigkeit. Diese Gesellschaft soll sich an der Betreibergesellschaft der Biogasanlage beteiligen. In der Einwohner-Fragestunde will die Initiative ihre Fragen vorbringen.

„Es wurde schon alles angeleiert, nur die Bewohner hat niemand informiert”, moniert Pongs. Er fordert eine breite Information der Öffentlichkeit. Zudem sollen Alternativstandorte für eine Anlage untersucht werden. „Der derzeitige Standort ist 175 Meter vom Ortsrand entfernt”, kritisiert er. Auch müsse die generelle Frage beantwortet werden, ob eine Biogasanlage ökologisch und energetisch noch sinnvoll sei. „Ist es ethisch zu verantworten, der Lebensmittelproduktion so wertvollen Boden zu entziehen?”, stößt Pongs weiteren Diskussionsbedarf an.

„Ich kann diese Kritik nicht nachvollziehen”, sagte Bürgermeister Axel Buch auf Anfrage der DZ. Er habe Verständnis für die Fragen und Sorgen der Bürger und „will einer Bürgerinitiative nicht im Wege stehen”. Buch betont aber, dass die Gemeinde im vergangenen Jahr die Kleinhauer Bürger zu einem Vortrag über Biogasanlagen eingeladen habe. Auch wurde eine Anlage in Gangelt besichtigt. „Wenn wir konkret alle Daten haben, werden wir eine Infoveranstaltung in Kleinhau organisieren”, versprach Buch.

Die Fragen, ob und wie eine Anlage Auswirkungen auf die Umwelt, das Landschaftsbild und die Gesundheit der Bevölkerung habe, würden im Rahmen des Genehmigungsverfahrens geklärt. Kurzfristig sei ein sogenannter Scoping-Termin vereinbart, bei dem auf fachlicher Ebene Detailfragen geklärt werden sollen. Darüber hinaus sei ein umweltbiologoisches Gutachten in Auftrag gegeben worden. Auch die Frage der Alternativstandorte sei behandelt worden. „Die Alternativen befinden sich alle im nahen Umfeld”, sagte Buch, soll die Biogasanlage doch Rathaus und Schulzentrum mit Wärme und Strom versorgen.

Buch verweist auf die weiteren öffentlichen Beratungen im Bau- und Umweltausschuss und im Gemeinderat. Auf der Internetseite der Gemeinde seien zudem alle Unterlagen zu diesem Thema einsehbar.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert