Bikepark: Vergnügen verschoben?

Von: sj
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Mountainbike
Ab April soll das Vergnügen im Park für Mountainbiker starten. Nun steht eine Verzögerung der Eröffnung im Raum. Foto: dpa

Vossenack. Die Bauarbeiten für den Bikepark zwischen Simonskall und Vossenack laufen seit Wochen auf Hochtouren. Dennoch könnte sich eine Eröffnung des Bikeparks, der vom Verein „Nordeifel Gravity“ betrieben werden soll, verzögern.

„Wir haben den Verein gebeten, die Eröffnung und Nutzung zurückzustellen“, erklärte Kreis-Dezernent Hans Martin Steins den Mitgliedern des Landschaftsbeirates während der jüngsten Sitzung.

Es sei möglich, dass dadurch ein wirtschaftlicher Schaden für den Betreiber entstehe. Der Kreis Düren, der den Park als ein Bestandteil des Projekts „Crossing Nature“ mit dem Kreis Euskirchen umsetzt, versuche aber, „mögliche Schadensersatzansprüche zu vermeiden“. Vertraglich hat der Verein einen Anspruch, am 1. April den Betrieb des Parks aufzunehmen.

Die Hintergründe sind kompliziert: Das NRW-Bauministerium, das aufgrund der Eingabe eines Bürgers die Rechtmäßigkeit der vom Kreis erteilten Bikepark-Baugenehmigung überprüfte, hält es für erforderlich, die erteilte Baugenehmigung abzusichern.

Dafür sei eine Änderung des Flächennutzungsplanes erforderlich, die derzeit in vollem Gange ist. Die Gemeinde Hürtgenwald, auf deren Gebiet der Bikepark liegt, hatte dieses Verfahren Ende 2014 gestartet, um sich „zusätzliche bauleitplanerische und touristische Optionen zu öffnen“.

Der Landesbetrieb Wald und Holz, der im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens keine Notwendigkeit zu einer befristeten Waldumwandlung sah, bewertet dies „nach einem Personalwechsel“ nun juristisch anders. Das Gebiet, das derzeit als „forstwirtschaftlich genutzter Erholungswald“ deklariert ist, soll befristet als „Wald, Zweckbestimmung Bike-Park“ geführt werden.

Da der Landschaftsplan eine Umwandlung von Waldflächen jedoch untersagt, muss der Landschaftsbeirat dafür eine Befreiung erteilen. Dieser Punkt stand jedoch nicht auf der Tagesordnung der Sitzung, die Mitglieder wurden per Tischvorlage informiert.

In geheimer Abstimmung entschied sich das Gremium, das Thema nicht ohne ausreichende Einarbeitungszeit zu behandeln. Frühestens im Mai könnte die Änderung des Flächennutzungsplanes abgeschlossen sein, eine weitere Verschiebung nach hinten ist möglich.

Am kommenden Donnerstag wird sich der Hürtgenwalder Gemeinderat mit dem Thema beschäftigen.

Die Naturschutzverbände Bund und Nabu hatten bereits während der Planung des Parks moniert, dass von Anfang an eine Flächennutzungsplanänderung notwendig gewesen sei. Alle Entscheidungen seien „unter Zeitdruck getroffen worden“ und es habe „durchaus berechtigte Fragen zum Planungsverfahren gegeben“. Bei einer Verzögerung des Baubeginns wären EU-Fördermittel gefährdet gewesen.

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