„Big Bandits“: Energiegeladene Soli, dichte Arrangements

Von: Georg Neulen
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Werner Hüsgens „Big Bandits“ mit Vibrafon und Sängerin Sabine Kühlich. Foto: Neulen

Düren. „Sounds of Today“ für die Planet-Jazz-Serie in der Kulturfabrik Becker & Funck waren ein echter Knaller, zunächst mit der Lautstärke der enternden „Big Bandits“, dann angemessener gedämpft mit der Qualität der Darbietungen.

Der mächtige Klangkörper von 20 Instrumentalisten und der erfolgsverwöhnten Sängerin Sabine Kühlich unter Leitung von Werner Hüsgen brillierte mit dichten Arrangements und einer Variationsfülle von Solisten, die als Profis alle namentlich herausgestellt werden müssten.

Kühne Harmonien

Sie präsentierten eine spannende Stilmischung von Jazzrock, Ethno-Jazz, afroamerikanischen und irischen Elementen und Urban Funck, so dass sich das Wortspiel mit dem Ort des Geschehens „B.& Funck“ anbot. Hüsgen trumpfte zwischen seiner jazzhistorischen Moderation selbst am Sopran-Sax auf. Selten war die Erwähnung der Arrangeure so wichtig, weil ihre trickreichen Bläserfeatures und kühnen Harmonien so erregend mit den sensiblen Soli kontrastierten. Sogar bekannte Themen wie Body & Soul und Astor Piazzollas Tangos wurden reizvoll und verfremdet improvisiert. Sabine Kühnlichs markantes Timbre mutierte mit Scat-Gesang und Vokalismen zu einem weiteren Instrument.

Das in der Euregio beheimatete Ensemble konnte seine Cologne Connections nicht verleugnen. Peter Herbolzheimer (Mixolydian Highlander) und Heiner Schmitz (Good Morning, Africa) sind Hüsgen so wichtig wie „Radiohead“, mit deren „Bodysnatchers“ er das Konzert startete. Matthias Strucken war glockig klingend stark am Vibrafon gefordert und garnierte die Grooves mit Percussion. Sabine Kühlich verzauberte mit Björks „A New World“ wie zuvor mit „Comes Love“ sowie bei der vom anhaltenden Applaus geforderten Zugabe „Spirit“ mit einer Endlosschleife zum Mitsingen des animierten Publikums und für weitere Soli.

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