Big Band überzeugt mit Musik und Show

Von: Anke Holgersson
Letzte Aktualisierung:
14141162.jpg
Live auf die Leinwand projiziert: Peter Blum, der aus Obermaubach stammt und in Nideggen wohnt. Der Trompeter gastierte am Samstag mit der Big band der Bundeswehr in der Arena Kreis Düren. Foto: Anke Holgersson

Düren. Die Big Band der Bundeswehr hat eine große Fangemeinde. Auch am Samstagabend waren rund 2000 Zuhörer zum Tourstart in die Arena Kreis Düren gekommen, um Swing- und Jazzklassiker zu hören und eine effektvolle Bühnenshow zu erleben.

Ein völlig neues Gesamtkonzept für Licht, Ton und Kamera kam an diesem Abend erstmalig zum Einsatz. So wurden die Musiker, die gerade ein Solo spielten oder sangen, auf die große Leinwand im Bühnenhintergrund projiziert – umrahmt von optischen Elementen, die jeweils zum Song oder zur Atmosphäre passten wie Umrisse von alten Radios oder Filmkulissen.

Teilweise bewegten sich die Musiker dabei auch im Zuschauerraum. Die Big Band spielte unter der Leitung von Oberstleutnant Timor Oliver Chadik Jazzklassiker von Duke Ellington, Filmmusik von „Skyfall“ über „Frozen“ bis „Wickie und die starken Männer.“ Sie interpretierten James Last, Amy Winehouse, Whitney Houston, Prince und Frank Sinatra.

Die Mischung

Eine Mischung, die dem altersmäßig bunt zusammengesetzten Publikum gut gefiel und die oft mit Zwischenapplaus und Bravorufen belohnt wurde.

Das Konzert war ein Heimspiel für die Musiker. Denn die Big Band ist ein festes Ensemble mit Sitz in Euskirchen. Und auch wenn die meisten Musiker privat in anderen Ensembles gastieren – die Bandarbeit ist ein Fulltimejob. Wer in diesem Ensemble mitspielt, hat nicht nur ein Musikstudium und ein Vorspiel bei der Big Band erfolgreich abgeschlossen, sondern auch eine sieben- bis zehnmonatige soldatische Ausbildung hinter sich, erklärte Johannes Langendorf, selbst nicht nur Tourmanager der Band, sondern eben auch Hauptmann.

Die Musiker seien Feldwebel, je nach beruflicher Erfahrung mit verschiedenen Dienstgraden, also Haupt- oder Stabsfeldwebel. Und die Solistinnen? Die wiederum sind zivile Ensemblemitglieder. Seit Anfang des Jahres proben die beiden neuen Sängerinnen Susan Albers und Jemma Endersby mit der Band und gaben in der Arena ihr Debüt.

Sie interpretierten – stimmlich überzeugend – viele der Filmmusiken und sangen Medleys von Amy Winehouse (Endersby) und Whitney Houston (Albers). Bei großen gesellschaftlichen Ereignissen wie dem deutschen Ball des Sports, einem wichtigen Charity-Event, sind die Musiker auch schon mit Berühmtheiten wie Adel Tawil oder den Sportfreunden Stiller aufgetreten.

Das Konzert in der Arena war übrigens auch ein Charity-Event. Die Einnahmen kommen dem Krankenhaus Düren zugute. Bürgermeister Paul Larue bedankte sich auf sehr herzliche und persönliche Weise sowohl bei dem Ensemble als auch bei allen Mitarbeitern und Förderern des Krankenhauses für deren unermüdlichen Einsatz für die Patienten.

Auslandseinsätze

Neben Benefizkonzerten spielen die Musiker auch Auftritte bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Viele waren es in der Vergangenheit nicht, denn oft ist die Sicherheitslage vor Ort nicht stabil genug. Von den drei bisher umgesetzten Konzertvorhaben dieser Art führte das Ensemble eines im September 2016 in den Kosovo, wo sie für die Soldaten der internationalen Friedenstruppe in Pristina und im Feldlager Prizren spielten.

„Die Soldaten dürfen das Lager vier Monate lang nicht verlassen. Da braucht man einfach mal Unterhaltung“, sagte Langendorf, der auch betont, dass solche Einsätze sehr bewegend seien.

Helmut Schmidts Idee

Die Idee zu diesem besonderen Showorchester hatte Helmut Schmidt 1970, in seiner Zeit als Bundesverteidigungsminister. Der passionierte Jazzliebhaber, der selbst auch leidenschaftlich gerne Klavier spielte, wollte die Militärmusik, die bis dahin nur Märsche kannte, um moderne, unterhaltende Musik bereichern. Es folgte 1971 die Gründung unter Günter Noris. Neben der Big Band gibt es noch 13 weitere Musikkorps der Bundeswehr, erklärte Langendorf.

Militärmusik habe drei wichtige Aufgaben: Sie diene mit internen Auftritten im Rahmen der Bundeswehr der Kommunikation von „Truppe zu Truppe“ und sorge mit dem Austausch von Musik und Musikern auf internationaler Ebene dafür, dass weltweite Beziehungen gestärkt würden. Denn: Überall gäbe es große Militärorchester, die sich vernetzen. Und schließlich gelänge über Musik positiv besetzte Öffentlichkeitsarbeit für die Bundeswehr.

Mit dem Konzert der Big Band in der Arena haben die Musiker diesen Auftrag bestens umgesetzt und bekamen zum Dank eine „Standing Ovation“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert